Freitag, 7. August 2020

"Der Insasse" (Sebastian Fitzek)

Der Klappentext: „Vor einem Jahr verschwand der kleine Max Berkhoff. Nur der Täter weiß, was mit ihm geschah. Doch der sitzt im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie und schweigt. Max’ Vater bleibt nur ein Weg, um endlich Gewissheit zu haben: Er muss selbst zum Insassen werden.“

Es gibt nichts schlimmeres für Eltern, als dass ihr Kind verschwindet. So erging es Ricarda und Till Berkhoff. Eines Abends verschwindet ihr Sohn Max spurlos. Und ein Mann gerät sofort unter Verdacht: der Serienmörder Guido Tramnitz. Der als „Brutkasten-Mörder“ bekannte Tramnitz entführt als Paketzusteller verkleidet vorzugsweise kleine Kinder, hält sie in einer Art „Brutkasten“, quält und ermordet sie schließlich. Seit einem Jahr fehlt jede Spur des kleinen Max. Wie tief sitzt die Verzweiflung der Eltern? Und was sind sie bereit, zu tun, um ihren Sohn wiederzubekommen –tot oder lebendig? Die Ungewissheit bringt Max’ Vater schließlich auf eine waghalsige Idee.

Lang, lang hat’s gedauert, bis ich meinen ersten Psychothriller von Sebastian Fitzek gelesen habe. Mir wurde „Der Insasse“ von einem „Fitzek-Fan“ empfohlen, welcher mir sein doppeltes Exemplar vom „Insassen“ auch gleich hat zukommen lassen und nun war der Zeitpunkt gekommen, diesen spannenden Psychothriller zu lesen.
Ich habe ja schon viele Meinungen zu Sebastian Fitzek gehört, einige negative Stimmen, aber noch mehr positive, die gar nicht genug von seinen Büchern bekommen können.
Ich denke, dass Sebastian Fitzek nicht umsonst Bestseller-Autor ist 😉

Für mich war dieser Psychothriller eine regelrechte Achterbahnfahrt. Es ist immer schlimm, wenn es in Büchern um Kindesentführung, -missbrauch oder -tötungen geht. Und die Vorgehensweise, die der Serienmörder Guido Tramnitz bei den entführten Kindern an den Tag gelegt hat, hat es mir kalt den Rücken herunterlaufen lassen. Auch wenn dieses Buch für einen Psychothriller sehr unblutig war, sind die beschriebenen Szenen, in denen die Kinder in dem „Brutkasten“ eingesperrt und missbraucht wurden, einfach nur furchtbar.

Und dennoch fand ich die Idee dahinter spektakulär. Zu beschreiben, was in den Eltern der entführten Kinder vorgeht, wie sie daran zerbrechen, nicht zu wissen, was ihren Kindern zugestoßen ist, geschweigedenn wo sie sich befinden, ist absolut erschütternd. Und dann die Geschichte eines verzweifelten Vaters zu erzählen, der seinen Sohn –tot oder lebendig- endlich finden will, um damit abzuschließen. Es ist nur allzu verständlich, dass Eltern einfach alles für ihre Kinder tun würden. Umso erstaunlicher ist die Aktion von Max’ Vater, der sich in die Psychiatrie einschleusen lässt, um den Mörder seines Sohnes Max dazu zu bringen, ihm zu sagen, wo Max ist.

Die Handlung als solche fand ich wirklich aufregend und ich war gespannt, wie die ganze Sache ausgehen wird und ob Max’ Vater aus der ganzen Sache überhaupt lebend herauskommt. Denn ungefährlich war das ganze Vorhaben absolut nicht. Umso überraschter war ich vom Ausgang der Story, denn damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet. Sebastian Fitzek versteht es auf jeden Fall, ein Buch so zu schreiben, dass man hinterher denkt „Was habe ich übersehen?“ ^^
Für mich war das wirklich ein spannender Psychothriller, mit vielen Sequenzen, wo ich selbst nicht so genau wusste, was nun stimmt. Stellenweise haben mich die Handlung und auch die Dialoge etwas aus dem Konzept gebracht, aber es hat dem generellen Verständnis der Geschichte überhaupt nicht geschadet.

Für mich ist „Der Insasse“ eine tolle Empfehlung für all jene, die zum ersten Mal einen Fitzek lesen wollen. Ein spannender Schreib- und Erzählstil, eine gut konstruierte Handlung mit authentischen Charakteren. Was braucht es mehr? Vielleicht noch etwas mehr Blut, aber sonst… 1A 😎
Mir ist dieser Psychothriller ganz starke 🌟🌟🌟🌟 wert und er wird nicht mein letzter Fitzek-Thriller bleiben. 

Verlag: Droemer (2018)
Seitenzahl: 385
Genre: Psychothriller 
ISBN: 978-3-42628-153-6

"3 Arten Schuld" (Juliane Schmelzer)

Der Klappentext: „3 Arten Schuld ist ein Liebesdrama, das in Berlin spielt. Es ist eine Dreiecksgeschichte, in der es kein Gut oder Böse, kein Schwarz oder Weiß gibt. Sich für eine Seite zu entscheiden, ist unmöglich, da es auf allen Seiten menschelt und jeder Fehler machen wird. Alle Personen sind auf ihre Art schuldig und doch geschieht das, was sie tun oder auch nicht tun nur aus einem einzigen Grund – aus Liebe.“

Dean, Isabell und Ben. Drei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie haben Träume, geheime Wünsche, versuchen das Beste aus ihrem Leben herauszuholen. Isabell versucht verzweifelt von Ben schwanger zu werden, während Ben seinem Vater nacheifert und endlich beruflich aufsteigen will. Isabell ist unglücklich über diesen Umstand –bis sie Dean kennenlernt. Doch welches Geheimnis sich hinter dem smarten Großstadttypen, der frisch aus den Staaten in seine Heimat Berlin zurückgekehrt ist, verbirgt, ahnt Isabell noch nicht. Doch eines weiß sie: Vergessen kann sie ihn nicht.

Mein erster Gedanke, als mich Juliane Schmelzer fragte, ob ich ihren Liebesroman lesen wollen würde, war „Okay, EIGENTLICH sind Liebesromane nicht so meins.“
ABER da ich Juliane Schmelzers Schreib- und Erzählstil schon aus ihrer Liebeskrimireihe kenne und ich total angetan von ihr bin, habe ich schließlich zugestimmt, ihren Liebesroman zu lesen -auch auf ihre „Entwarnung“ hin, dass das nicht so ein „typischer Liebesschnulz“ sei.

Lange Rede – kurzer Sinn: Die Story war total klasse. Mich hat die Geschichte um Dean, Ben und Isabell sofort gepackt, denn was jeder der drei für ein Päckchen mit sich herumträgt, lässt jeden Leser auf seine Kosten kommen. Wir tauchen ein in das Hier und Jetzt, aber auch in die Vergangenheit, vor allem von Dean und Ben, und erfahren, warum sie so sind, wie sie sind, warum sie sich selbst blockieren und was für ein Familiengeheimnis sie mit sich herumtragen.

Dieses Buch ist so viel mehr, als nur ein Liebesroman. Es baut auf einem Familiendrama auf, das einen Vater und seine Söhne emotional an ihre Grenzen bringt. Und die Geschichte ist so berührend, nicht nur, was den drei Männern passiert ist, sondern auch, wie die Geschehnisse der Vergangenheit auch ihre Zukunft beeinflussen.
Und dazwischen steht noch Isabell, die sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich schwanger zu werden. Alle handelnden Personen haben Träume und Sehnsüchte, an denen sie fast zerbrechen und das hat Juliane Schmelzer wunderschön umgesetzt.

Was ich ja immer wieder liebe ist, dass Juliane Schmelzer auch hier –wie schon in ihrer Liebeskrimi-Reihe- wieder darauf zurückgriffen hat, die einzelnen Kapitel immer im Wechsel dem jeweiligen Charakter zu widmen, sodass wir die Geschichte also praktisch aus drei Perspektiven lesen. Das gefällt mir unheimlich gut, da die Geschichte so noch mehr Tiefe bekommt und man sich noch intensiver in der Story verlieren kann.

Besonders schön sind die persönlichen Entwicklungen, die die Charaktere durchmachen. Ich finde es großartig, wenn ich in die Geschichte eintauche und regelrecht mit den Figuren mitfiebere, mich mit ihnen freue, mit ihnen trauere… Hier ist es der Autorin wirklich auf ganzer Linie gelungen, mich auf jeglichen Ebenen zu erreichen, mich zu unterhalten und mitzureißen.

Für mich hat dieses Dreiecks-Liebesdrama ganz starke 🌟🌟🌟🌟 verdient und ich freue mich schon darauf, mal wieder etwas von Juliane Schmelzer zu lesen. Eine großartige Autorin mit einem ganz eigenen Stil, der verzaubert. Vielen Dank, liebe Juli 💛

Verlag: Twentysix (2020)
Seitenzahl: 412 (Print)
Genre: Liebesdrama 
ISBN: hier handelt es sich um ein Ebook

„Das Grab des toten Anwaltes“ (Walter Kibler)

Der Klappentext: „Ein hochprofessioneller Mord an dem Staatsanwalt Lorenz Hackmann, ob der Täter ermittelt werden kann… Die Kommissare Paul Huber und Frank Krüger wollen den Fall sorgfältig unter die Lupe nehmen, da sie den Verdacht haben, dass es sich um den exakt gleichen Serienmörder handelt, der vor 20 Jahren auf die gleiche Art und Weise einen Mord an eine Person der Behörde begangen und keine Spuren hinterlassen hat. Sie erwartet Spannung pur bis an die unteren Zehenspitzen. Der Mörder wird als hochprofessionell eingestuft und ist weiterhin auf freiem Fuß. Ob die beiden Kommissare den professionellen Mörder ermitteln und dem Killer ein Ende setzen werden?“

Der Mord am Staatsanwalt Lorenz Hackmann, der mittlerweile ein paar Wochen zurückliegt, soll endlich aufgeklärt werden. Die Ermittler stehen unter Druck, denn die Presse stellt wilde Spekulationen an, die nicht gerade förderlich für die Ermittlungen sind und die Polizei in München in keinem guten Licht dastehen lassen. Es können allerdings keine Befragungen stattfinden. Die Witwe des Ermordeten schweigt sich aus und den Ermittlern sind die Hände gebunden. Wird es den Kommissaren möglich sein, den Mord an Lorenz Hackmann aufzuklären?

Leider hat mir dieser „Thriller“ überhaupt nicht gefallen. Als allererstes würde ich dieses Buch allenfalls als „Krimi“ kategorisieren, denn mit einem Thriller hatte das überhaupt gar nichts zutun. Dann muss ich leider auch sagen, dass ich größtenteils überhaupt nicht durch diese Story durchgestiegen bin. Der Fall eines ermordeten Staatsanwalts, der bereits einige Wochen zurückliegt, soll einerseits aufgeklärt werden, weil sich die Presse mittlerweile darauf stürzt und Spekulationen anstellt, wird aber so unter Verschluss gehalten, dass nicht mal Befragungen durch die ermittelnden Beamten angestellt werden dürfen. Dann wird doch befragt... wo war also das Problem? Der Schreibstil ging auch überhaupt nicht. Ich weiß nicht, ob das gewollt war, aber das Ebook war von der ganzen Formatierung her total seltsam. Es gab immer nur maximal eine halbe Seite Text. Dann wurden verschiedene Handlungen nicht richtig voneinander abgegrenzt, die Kapitelunterteilung hätte man sich sparen können, denn Dialoge sind am Ende eines Kapitels nicht abgeschlossen worden, sondern gingen ins nächste Kapitel über.
Also so was Verrücktes habe ich noch nie gelesen…

Auch die Charaktere waren wenig aussagekräftig, ich hatte keine Ahnung, wer eigentlich wer ist, die Dialoge waren total verwirrend (man wusste gar nicht, wer denn gerade spricht) und mir fehlte einfach auch der Bezug zu den einzelnen Ermittlern.
Es war auch überhaupt nicht spannend ausgearbeitet. Durch diesen verwirrenden Schreib- und Erzählstil ist dieser Fall völlig untergegangen und war so wenig ansprechend, dass die Handlung als solche sofort wieder ins Vergessen gerät. Sehr schade, da ich mir wirklich mehr davon versprochen hatte.

Da ich mich leider durch dieses Buch, das zum Glück nur 111 Seiten hatte, durchgequält habe, vergebe ich hier allenfalls 🌟🌟, die schon echt nett gemeint sind. Denn es steckt für einen Autor immer viel Arbeit dahinter, die auch gewürdigt sein soll, aber mir hat dieses Buch absolut nichts gegeben.

Verlag: epubli (2020) 
Seitenzahl: 111 
Genre: Thriller 
ISBN: hier handelt es sich um ein Ebook

Montag, 3. August 2020

"Sara" (V. P. Penn)

Der Klappentext: „Sara ist ein Tagebuch.
Kein einfaches Tagebuch, sondern die Wiedergeburt der Liebe eines Mannes, der alles verloren hat. Diese Seiten zeigen, wie ein einzelner Mann, der von der richtigen Motivation, der Verzweiflung und dem richtigen Wissen geleitet wird, das Schicksal der ganzen Welt verändern kann. Sara ist Gerechtigkeit und Rache.“

„Sara“  umfasst gerade einmal 41 Seiten. Aber es sind 41 Seiten voller Wut, Angst, Liebe und Verzweiflung. 
In seinem Tagebuch schreibt ein Mann, auf Anraten seines Arztes, seine Gedanken auf, als würde er sie seiner Frau, die er bei einem schrecklichen Unfall verloren hat, erzählen. Er schreibt von seiner Arbeit in einem Labor und von der bevorstehenden Gerichtsverhandlung gegen den Unfallverursacher und hält „seine Frau“ so über einen Zeitraum von knapp drei Wochen über alle Geschehnisse auf dem Laufenden.

Trotz dass dieses Tagebuch gerade einmal 41 Seiten umfasst, hat es eine ungeheure Aussagekraft. Der Mann, der dieses Tagebuch schreibt, legt all seine Ängste, seine Wut und seine Liebe zu seiner Frau in seine Zeilen, die er niederschreibt. Man kann aus jeder Zeile seine Verzweiflung herauslesen. Wie er jeden Tag versucht, sich aufzuraffen, wie er auf der Arbeit versucht zu funktionieren und dem Tag entgegenfiebert, an dem der Unfallverursacher seiner gerechten Strafe zugeführt werden soll. Doch es kommt alles anders als gedacht.
Die Tat, die er dann plant, ähnelt einer Apokalypse. Und auch wenn man die Beweggründe verstehen kann, ist die Tat, die er plant, absolut übertrieben.
Und doch habe ich mich auf diesen wenigen Seiten gut unterhalten gefühlt und konnte den Schmerz nachempfinden.

Dieses Buch wurde aus dem Spanischen übersetzt, und das auch stellenweise noch nicht mal wirklich gut. Ich musste mich wirklich konzentrieren beim Lesen. Aber die Aussage der Geschichte war klar. Und ich konnte mich dennoch gut darauf einlassen.
Für mich war das sprachlich zwar kein Meisterwerk, aber es war wirklich im Tagebuch-Stil geschrieben. Ich fand es gut und mich hat die Geschichte um diesen Mann traurig gemacht. Denn es gibt nichts Schlimmeres für Hinterbliebene von Unfallopfern, als wenn die Opfer keine Gerechtigkeit erfahren. Jedoch zeigt dieses Buch auch ganz deutlich, dass Selbstjustiz keine Lösung ist. Vor allem nicht in diesem Ausmaß.

Ich gebe diesem Tagebuch trotzdem gut gemeinte 🌟🌟🌟, da es mich trotz der Kürze mitgerissen hat und ich für mich persönlich die Frage klären konnte, zu was ich in solch einer Situation in der Lage wäre. Ein kurzes und doch mitreißendes Lesevergnügen.

Verlag: Selfpublisher (2019)
Seitenzahl: 90 (Print)
Genre: Apokalypse 
ISBN: hierbei handelt es sich um ein Ebook

Freitag, 31. Juli 2020

"Schneeweißer Tod" (Dana Kilborne)

Der Klappentext: “Das Hecheln der wütenden Hunde, die Schreie ihres Freundes Preston ... Panikattacken quälen Jinx seit jenem schrecklichen Tag vor drei Jahren! Ein Aufenthalt in der Klinik Candlewick Hall scheint die letzte Rettung. Doch auf der verschneiten Burg in Schottland ist die Zeit ihrer Angst noch nicht vorbei – sie beginnt erst richtig! Denn aus der geschlossenen Abteilung bricht ein Serienmörder aus, und ein Mädchen wird ermordet. Bei der Leiche entdeckt man einen Zettel mit Zeilen aus einem schottischen Kinderlied. Jinx ist wie erstarrt vor Angst. Genau dieses Lied hat Preston ihr immer vorgesungen ...“

Die Psychotherapeutin Dr. Carolyn Bruce wird in ihrer Praxis überfallen. Ein Einbrecher hat sich an ihrem Aktenschrank zu schaffen gemacht auf der Suche nach einer ganz bestimmten Patientenakte –der Akte von Jocelyn (Jinx) Douglas.
Jinx befindet sich indes auf dem Weg nach Candlewick Hall, einer psychiatrischen Klinik für Kinder und Jugendliche, um ihre Angstzustände in den Griff zu kriegen. Im tiefsten Winter macht sie sich auf den Weg in die Klinik und bleibt jedoch bei einem heftigen Schneesturm plötzlich mit ihrem Wagen liegen. Zum Glück wird sie von Louise – einer Krankenschwester der Klinik – aufgefunden und in ihrem Wagen den restlichen Weg mitgenommen.
Jinx fühlt sich den Umständen entsprechend wohl in der Klinik, auch, weil sie in Louise eine erste Ansprechpartnerin gefunden hat, der sie vertraut. Bis plötzlich eine Menge merkwürdige Dinge passieren und sogar eine junge Patientin zu Tode kommt.

Irgendwie hatte ich ein Déjà-vu bei diesem Thriller. Denn die Story weist ganz viele Parallelen zu einem Psychothriller auf, den ich vor gar nicht all zu langer Zeit erst gelesen habe. Und zwar keinem geringeren als Arno Strobels „Offline“.
Eine Klinik, die aufgrund eines heftigen Schneesturms von der Außenwelt abgeschnitten ist. Es gibt keine Verbindung nach draußen, weil die Telefone nicht funktionieren. Und ein Killer befindet sich mit den Patienten in der Klinik.
Die Ähnlichkeit war schon sehr verblüffend.

Nichtsdestotrotz hat mir dieser Thriller total gut gefallen, auch wenn die Story etwa zu 90 % dem glich, was ich schon von Arno Strobel kenne. Und doch gab es Elemente, die hier neu waren, und das gefiel mir sehr gut.
Der Schreibstil war sehr angenehm, sodass man diese 115 Seiten ruckzuck weglesen konnte. Der Spannungsaufbau war an den richtigen Stellen definitiv gegeben und der Ausgang der Story war, wenn auch so ähnlich erwartet, ganz gut umgesetzt.
Ich sage mal, für ein Buch dieser Länge hat Dana Kilborne das ganz gut gemacht und ich hatte eine lockere Story, die mich ein paar Stündchen gut unterhalten hat.

Von mir gibt es hier 🌟🌟🌟🌟, da mir die Geschichte in der Form schon bekannt war. Dennoch kann ich dieses Ebook empfehlen, da es sich trotzdem lohnt.

Verlag: Selfpublisher (2020)
Seitenzahl: 115
Genre: Thriller 
ISBN: hier handelt es sich um ein Ebook

Montag, 27. Juli 2020

"Nicht meine Tochter" (Marc Prescher)

Der Klappentext: „Rache kann so tief gehen, dass sie einen Menschen in den Wahnsinn treibt.
Wie viel Hass kann eine Seele ertragen, bevor sie zerfressen wird?
Thomas ist allein erziehender Vater einer Tochter.
Seine Frau, die Mutter seiner Tochter Janine, hatte sich vor Jahren das Leben genommen.
Er verfällt dem Alkohol und rutscht immer tiefer in Depressionen.
Als er glaubte, es könne nicht mehr schlimmer kommen, muss er mit ansehen,
wie seine geliebte Tochter von einer Gruppe Männer vergewaltigt wird.
Jetzt brechen alle Dämme. Nur noch ein Gedanke brennt sich in sein Hirn ein.
Rache! Er wird sie jagen und einem nach dem anderen töten.
Ein blutiger Feldzug beginnt. Mit ihm kommt der Tod!“

Thomas hatte alles; eine Frau, die gemeinsame Tochter Janine, ein Haus, einen guten Job… Doch irgendwas lief grundlegend falsch in seiner Ehe. Jedoch hat er das viel zu spät erkannt; nämlich erst, als seine Frau sich das Leben nahm und ihn mit der mittlerweile 14-jährigen Tochter allein ließ.
Seitdem läuft Thomas’ Leben aus dem Ruder. Er ertränkt seinen Kummer in Alkohol, kann und will nicht an den Verlust seiner Frau denken, versucht zu vergessen. Der Verdrängungsprozess ist also in vollem Gange; bis Janine ihren Vater am Geburtstag ihrer Mutter bittet, endlich mal mit ihr zum Grab zu gehen. Thomas verspricht es seiner Tochter, muss sich jedoch Mut antrinken. Als er sich in einer Tankstelle mit neuen Spirituosen eindeckt, macht er jedoch eine Begegnung, die sein Leben, und das seiner Tochter, für immer verändern soll.

Eine wahnsinnig brutale, traurige und nervenaufreibende Geschichte über die unendliche Liebe eines gebrochenen Vaters, der nichts im Leben mehr hat, außer seiner Tochter. Und wie tief Rache gehen kann, wenn das einzige, was dir geblieben ist, so schwer verletzt wird, ist so herzergreifend wie erschütternd. Was Vater und Tochter hier passiert und wie stark sie sein müssen, um das alles durchzustehen, ist wirklich Wahnsinn. Ich habe mich total in diesem Buch verloren und habe mit jeder weiteren Buchseite mit Thomas und Janine mitgefühlt. Und in mir hat sich auch regelrechter Hass gegen diese Bande entwickelt, die Janines Kindheit zerstört hat (denn nichts anderes als ein Kind ist sie mit ihren 14 Jahren) und Thomas immer tiefer in diese Abwärtsspirale getrieben hat.

Die Bande um Sven, Maik und Andre fand ich absolut abscheulich. Diese drei sind wirklich der allerletzte Abschaum der Gesellschaft; wie sie mit anderen Menschen umgehen, diese Gewaltbereitschaft untereinander und anderen gegenüber, ihre Wortwahl und ihr proletenhaftes Auftreten… Es ist einfach jämmerlich und macht diese drei Figuren einfach nur unsympathisch. Und ich hatte auch keine einzige Sekunde Mitleid mit ihnen, denn hätte man ihnen Gnade gewährt, hätten sie einem das Messer in den Rücken gerammt, um selbst zu überleben. Deshalb tut es mir um die drei absolut nicht leid.

Ich finde, dass der Schreibstil, die Erzählweise und dieser raue Ton, der hier in den Dialogen angestimmt wird, dieses Buch wirklich tiefgründig und ernsthaft machen. Als Leserin bin ich hier wirklich auf meine Kosten gekommen und diese Geschichte hat mich sehr berührt und absolut emotional mitgerissen. Dieses Schicksal, das Thomas und Janine ereilt hat, ohne Ehefrau und Mutter zu leben, und dann dieser Überfall, der das Leben der beiden, die es eh schon nicht leicht haben, fast zerstört hätte…
Ich war mit jeder Faser meines Körpers gespannt, wie diese Geschichte ausgehen wird.

Dieses Buch, diese Geschichte wirkt absolut authentisch. Und ich habe jedes Gefühl und jedes gesprochene Wort dieses Buches aufgesogen und mitgefühlt. Für mich ein sehr sehr starkes 🌟🌟🌟🌟-Buch!

Verlag: Selfpublisher (2017)
Seitenzahl: 351 (Print)
Genre: Thriller
ISBN: Hier handelt es sich um ein Ebook

Freitag, 24. Juli 2020

"Despektion" (Frank Lauenroth)

Der Klappentext: „Aussichtsplattform, Empire State Building, New York City:
Trevor öffnet die Urne.
Der Wind greift hinein und stürzt die feinen Aschepartikel seiner Mutter hinab in die Schluchten aus Stein und Glas, reißt sie wenige Meter von ihm entfernt nach oben und dann fort aus seinem Blick.
Seine Gedanken kreisen um ihre letzten Worte an ihn: >>Du wirst es verstehen. Bald wirst du es verstehen …<<
Trevor hatte seiner Mutter nie nahe gestanden, doch diese Worte drangen in sein Innerstes. Er hätte in diesem Moment einen Schlussstrich ziehen und das anstehende Erbe ausschlagen können, doch wer würde 42 Millionen Dollar ablehnen? Es gibt nur eine einzige Klausel, eine Bedingung: Er muss Mitglied im 'Simon Club' werden. Noch ahnt er nicht, welch hohen Tribut dies von ihm fordern wird.“

42 Millionen Dollar ist mal eine Aussage. Das denkt sich auch Trevor Man, als er vom Notar das Testament seiner Mutter verlesen bekommt. Doch damit verbunden ist der Eintritt in den „Simon Club“ –ein Club für die Elite. Was dort aber für Spiele gespielt werden, ahnt Trevor anfangs nicht mal im Geringsten; bis er selbst herangezogen wird und es heißt „Simon befielt…!“

Als ich den Klappentext zu diesem Thriller gelesen hatte, dachte ich „Jap, das Buch MUSST du lesen. Das klingt richtig gut!“ Die Idee war auch richtig genial und hat mein Interesse entsprechend geweckt.
Jedoch habe ich einen wirklich schwierigen Start mit dem Buch gehabt. Der Schreibstil ist etwas ausschweifend und langwierig, dass ich irgendwann dachte „Jetzt könnte aber langsam mal etwas passieren“.
Für mich war es streckenweise echt anstrengend, am Ball zu bleiben, weil es lange gedauert hat, bis die Handlung so richtig an Fahrt aufgenommen hat.

Jedoch hat das Buch dann irgendwann noch den Bogen bekommen und konnte mich fesseln. Ich fand die Charaktere, die man so kennengelernt hat, ganz interessant. Auch wenn ich anfangs überhaupt nicht mit Trevor sympathisieren konnte. Aber er hat dann doch noch eine positive Entwicklung im Buch vorgenommen und dann habe ich am Ende gedacht, dass er doch nicht so ein frauenverschlingender Macho ist ^^
Auch haben mir die Rückblicke in Trevors Vergangenheit gefallen, die den Stein erst so richtig ins Rollen gebracht haben, was es mit dem Simon Club auf sich hat.

An sich war die Geschichte überdurchschnittlich gut und spannend. Auch wenn ich sagen muss, dass ich irgendwie nicht so ganz mit dem Genre „Thriller“ einhergehe. Denn dafür fehlten mir einfach ein paar aussagekräftige Thrillerelemente. Der Konflikt zweier „Rivalen“ war zwar gegeben, aber es wurde wenig auf die Empfindungen und die Psyche der Charaktere eingegangen. Es hätte nicht so ausgeprägt sein müssen, wie in einem Psychothriller -weiß Gott nicht. Aber ich habe schon sehr viel aussagekräftigere Thriller gelesen, die mich sofort gefesselt haben. Die Geschichte plätscherte viele Seiten lang nur so vor sich hin und hat auch zwischendurch wieder etwas an Spannung eingebüßt. Es war aus meiner Sicht daher etwas schwach in der Umsetzung.

Im Großen und Ganzen habe ich aber nur Kleinigkeiten auszusetzen, die als „Jammern auf hohem Niveau“ gewertet werden können. Ich gebe dem Buch trotzdem 🌟🌟🌟🌟

Verlag: Empire (2020)
Seitenzahl: 300 
Genre: Thriller 
ISBN: 979-865657-473-0

Montag, 20. Juli 2020

"Desert Hope - Das Herz der Emirate" (Vic P. Victory)

Der Klappentext: „Der Tag, an dem Aminas Freund Oliver sie beinahe umgebracht hätte, lässt sie nicht mehr los. Ihre seelischen und körperlichen Wunden ersticken ihren Mut, ihre Hoffnung und den Glauben an die Liebe.
Doch dann erfährt sie, dass sie ihr Überleben einem Mann verdankt, der noch keine Ahnung von seiner Heldenrolle hat. Amina muss sich unbedingt persönlich bei ihm bedanken, lässt den Job und ihre Beziehung hinter sich und reist ihrem Lebensretter bis in die Vereinigten Arabischen Emirate hinterher. Doch sie stellt sich die Suche nach ihm einfacher vor, als sie ist. Denn irgendein Geheimnis verbirgt der Mann, ein Geheimnis, das außer ihr alle Einwohner zu wissen scheinen – und nicht preisgeben wollen.
Die düstere Vergangenheit im Nacken, rennt sie blind in eine Zukunft und ahnt nicht die lebensverändernden Folgen.“

Eigentlich könnte man denken, dass Amina ein tolles und entspanntes Leben führt. Sie tritt immer zuvorkommend auf, hat eine Arbeit, der sie mit Herzblut nachgeht, eine tolle und zuverlässige beste Freundin… Doch da gibt es einen Schatten in ihrem Leben. Und dieser Schatten ist ihr Partner Oliver. Ein cholerischer Tyrann, der Amina das Leben kosten kann, wenn sie ihm nicht entflieht. Doch dann lernt sie Malak kennen, der sie, obwohl sie sich erst wenige Stunden kennen, sofort in seinen Bann zieht. Wird Amina es schaffen, diesem Leben, das sie jegliche Kraft und jeden noch so kleinen Funken Selbstvertrauen kostet, zu entkommen?

Allein die Einführung in dieses Buch mit dem „Debüt“ hat mich absolut zu Tränen gerührt. Die direkt an den Leser gerichteten Worte des Autors gingen wirklich runter wie Öl und ich habe mich in dem Moment gefühlt, als würde mir jemand das Herz herausreißen und es mit Wahrheit, Liebe und Mut füllen. Hier wurde mir wirklich aus der Seele gesprochen.
Das musste ich dann auch tatsächlich erst einmal sacken lassen.

Dieser Liebesroman hat in mir eine wahre Achterbahn der Gefühle ausgelöst, denn die Thematik, die am Anfang des Buches sehr eindrücklich und knallhart beschrieben wird, ist nicht ohne. Kurzzeitig stand für mich die Frage im Raum, ob ich dieses Buch abbreche. Nicht, weil es mich sprachlich nicht erfüllt hat, sondern weil die Thematik einen riesigen Emotionscocktail in mir ausgelöst hat. Und dennoch habe ich weitergelesen, weil ich dachte "Das ist ein Liebesroman. Es kann nur bergauf gehen".
Die hier beschriebenen Szenen waren so echt und ich habe so mit Amina mitgefühlt und hatte richtig Angst um sie... Es war unglaublich. Es war so viel los in mir: Angst, Magenkrämpfe, Tränen, Herzrasen, Gänsehaut, die regelrecht wehtat...

Häusliche Gewalt (egal gegen wen – das betrifft alle Geschlechter und Altersgruppen und leider auch Tiere) ist harter Tobak, ja. Aber dieses Thema wird sonst totgeschwiegen, wenn es nicht endlich mal jemand anspricht. Man mag sich als Außenstehender gar nicht vorstellen, was hinter manch verschlossener Tür vor sich geht. Die Opfer brauchen kein Mitleid. Sie brauchen Kraft, jemand, der ihnen den Rücken stärkt, der sie in der Realität hält.
Und dieser Roman hat die Taten zwar knallhart beschrieben, aber auch aufgezeigt, was ist, wenn man ausbricht. Wenn man sich löst. Dass es eben nicht unmöglich ist, ohne diesen Menschen, der einen systematisch zerstört, weiterzuleben. 

Ich fand es super schön, welche Wendung Aminas Leben genommen hat, wie sie ihren eigenen Weg gegangen ist... Es hat wirklich deutlich gemacht, was für eine starke Frau sie ist. Es war einfach spürbar. Und ich fand es unheimlich interessant, Amina auf ihrer Reise zu begleiten.
Die Entwicklung, die sie im Buch durchgemacht hat, war so grandios. Sie hat sich ins Leben zurückgekämpft, nachdem sie dem Tod nur knapp entkommen ist. Und hier sind positive Gefühlsausbrüche meinerseits sehr ausgeprägt aufgetreten.

Die Figuren, die hier geschaffen wurden, sind mir wirklich ans Herz gewachsen. Amina ist für mich wie eine Heldin im Kampf gegen den "Terror" hinter verschlossenen Türen. Joe ist eine wirklich tolle Freundin, weil sie Amina die Augen geöffnet hat und für sie da war, als sie sie am dringendsten gebraucht hat. Und sie war immer da, auch wenn Amina immer alles schön geredet hat. Sie ist ihr nicht von der Seite gewichen, obwohl sie selbst schon viel Tragisches durchgemacht hat und Oliver absolut unberechenbar war.
Malak war hinreißend. Vom ersten Moment an. Und er hat Amina wirklich das Leben gerettet. In vielerlei Hinsicht.
Zu Oliver muss ich, denke ich, nicht viel sagen... Menschen wie er gehören bestraft. Punkt.

Ich glaube wirklich, dass dieser Liebesroman „gepeinigten“ Personen helfen kann. Ich kann allerdings nicht für alle sprechen. Denn jeder geht mit seinem Schicksal anders um. Aber es ist ein Buch, das Mut machen kann; das Kraft gibt, sich diesem Geschehen zu entwinden; das vielleicht sogar Augen öffnet, um überhaupt zu erkennen, ob der Partner, mit dem man zusammenlebt, wirklich der ist, der er vorgibt zu sein. Gewalt gegen alles und jeden ist definitiv ein No-Go. Und dieses Buch zeigt dies sehr deutlich.

Trotz der sehr emotionsgeladenen Geschehnisse ist und bleibt es ein Liebesroman, der mich letztlich sehr sehr glücklich gemacht hat. Von mir gibt es hier nicht weniger als 🌟🌟🌟🌟🌟 und bereits den dritten Platz auf meiner Highlight-Liste für Vic P. Victory.

*** Ich danke dir für deinen Mut, diese belastende Handlung zu thematisieren. Denn diesen Mut brauchen die Betroffenen. ***


Verlag: Selfpublisher (2020)
Seitenzahl: 356
Genre: Liebesroman 
ISBN: 978-395198-036-2

Freitag, 17. Juli 2020

"Drachendieb" (Raphael Lang)

Der Klappentext: „Der Panther-Chimär Narugar lebt zwischen Applaus und Holzspänen, doch die Welt außerhalb der Manege kennt er kaum. Ein Käfigwagen ist sein Zuhause.
Narugar ist erst 15, aber bereits ein begnadeter Zirkusartist. Dann aber brechen über den beliebten Circus Lotus allerhand Probleme herein, und Narugar muss sein Leben selbst in die Hand nehmen.
Als er die Fürstentochter Kaira kennenlernt, ahnt er nicht, dass ihre Freundschaft sein Leben verändern wird. Das ungleiche Paar hegt denselben Wunsch nach Freiheit und träumt von der großen Welt … Und so entschließen sie sich eines Nachts zur Flucht.“


Sehnen wir uns nicht alle nach Freiheit? Das denkt sich auch der Panther-Chimär Narugar, der sich im Circus Lotus stets angekettet über das Gelände bewegen darf. In seinem Käfigwagen sitzend träumt er davon, wie es wäre, sich frei bewegen zu dürfen, seinen naturgegebenen Trieben zu folgen; erstrecht, als ihm die Chance dazu geboten wird. Als er die Fürstentochter Kaira kennenlernt, die sich ebenso nach Freiheit sehnt, weil sie dieses Leben satt ist, in dem es nicht um ihre Wünsche und Bedürfnisse geht, sondern nur darum, dass sie ihre Pflichten erfüllt, kommt er seinem Wunsch nach und flüchtet mit ihr bei einer Nacht- und Nebelaktion. Sie machen sich gemeinsam auf die Reise; nicht nur auf der Suche nach Freiheit, sondern auch nach sich selbst.

Ein wirklich großartiges Buch. Ich bin ja jemand, der nicht sonderlich viel Fantasy liest, sondern eher etwas greifbares, das logisch nachvollziehbar ist, mit Charakteren und Situationen, die dem echten Leben entsprungen sein könnten.
Und dennoch hat es mich in den Fingern gejuckt, mal wieder zum Fantasy-Genre zu greifen, denn ich wurde sehr neugierig auf den Debüt-Roman von Raphael Lang gemacht.

Ich bin in jedem Fall sehr dankbar, dass mich Raphael Lang angeschrieben hat, ob ich sein Buch lesen und rezensieren würde, denn sonst wäre mir etwas entgangen.

Allein die Geschichte um die Freundschaft zwischen Narugar und Kaira war so was von authentisch. Ich habe mich wirklich in diese beiden Charaktere verliebt. Narugar, der stets an das Wohl der anderen denkt, bevor er an sich selbst denkt, und dann Kaira, die sich eigentlich was auf den Titel ihres Vaters einbilden könnte, die aber einfach nur einsam ist und nach einer tiefergehenden zwischenmenschlichen Aufgabe sucht. Beide haben im jeweils anderen etwas gefunden, was einzigartig ist. Und das war so schön zu verfolgen.

Ich fand, dass die Schauplätze und die Charaktere durch den wundervollen Schreibstil des Autors so lebendig geworden sind, dass ich einfach viel Freude beim Lesen hatte und mich schon jetzt auf die Fortsetzung freue ^^
Man merkt wirklich, wie viel Liebe zum Detail in dieser Geschichte steckt. Denn es ist liebevoll erzählt und beschrieben, ohne dabei aber zu viel des Guten zu sein.
Und was man hier ganz schön herauslesen kann, ist, dass es oft die kleinen Dinge im Leben sind, die einen am glücklichsten machen.


Dass diese „Hau-Ruck-Aktion“ der beiden neugefundenen Freunde sie natürlich vor viele Herausforderungen stellt, war zu erwarten. Aber sie sind mit den Aufgaben gewachsen, vor allem ist ihre Freundschaft dadurch immer intensiver geworden, weil sie sich aufeinander verlassen mussten. Bedingungsloses Vertrauen will eben auch gelernt sein.
 Und da darf auch bei diesen beiden ungleichen Freunden der eine oder andere Schlagabtausch nicht fehlen. Die Dialoge, die sich durch das Buch gezogen haben, waren sowohl humorvoll, als auch tiefgründig. Und was Kaira und Narugar verbindet, liest sich aus jedem einzelnen Satz heraus und das war unglaublich schön.

Ich kann nur sagen, dass ich für dieses Buch definitiv meine ganz klare Leseempfehlung rausgebe und ich mich schon freue, wenn es einen weiteren Band des Drachendiebs gibt.
Von mir bekommt dieser tolle Debütroman ganz starke 🌟🌟🌟🌟 mit klarer Tendenz nach oben, denn hier ist Raphael Lang wirklich ein Buch gelungen, das jung und alt faszinieren und begeistern kann.

Verlag: Selfpublisher (2020) 
Seitenzahl: 308 
Genre: Fantasy 
ISBN: 978-3-98216-690-2

Montag, 13. Juli 2020

"Todeswächter" (Veit Etzold)

Der Klappentext: „Eine Serie rätselhafter Morde erschüttert Berlin. Zwischen den Opfern gibt es keine Verbindung - außer der Handschrift des Täters: Die Leichen wurden nach ihrem Tod auffällig in Szene gesetzt, in ihren Mundhöhlen findet die Polizei antike Münzen. Doch das Merkwürdigste: Es gibt eindeutige Hinweise darauf, dass der Täter sich über einen längeren Zeitraum bei den Opfern aufgehalten hat. Allerdings ist die an den Tatorten sichergestellte DNA jedes Mal eine andere. Sind hier womöglich mehrere Mörder am Werk?“

Ein grauenhafter Mord an einer Frau wird verübt. Mit einer Maske auf dem Gesicht, die jegliche Luftzufuhr unterbindet, kämpft die Frau um ihr Leben. Und der Täter schaut seelenruhig dabei zu; in die panikerfüllten Augen der Frau, bis sie schließlich ihren letzten Atemzug macht.
Clara und ihr Team stehen vor einem Rätsel, denn die tote Frau ist die Frau eines Polizisten, der jedoch verschwunden ist. Lange Zeit gehen die Kommissare davon aus, dass der Mann der Toten der Mörder sein könnte; denn warum sonst sollte er plötzlich wie vom Erdboden verschluckt sein? Doch als ein zweiter Mord passiert, zweifeln sie langsam an ihrer Theorie.

Wahnsinn! Was für ein nervenaufreibender Fall.
Mal wieder hat mich Veit Etzold von der Thematik her nicht enttäuscht. Der mittlerweile dritte Band der Clara-Vidalis-Reihe hat es wieder in sich, denn die Morde an sich stehen zwar im Fokus der Geschichte, aber das ganze Drumherum, was mit diesen Morden alles zusammenhängt, ist so faszinierend, dass man diese Bücher einfach nicht mehr aus der Hand legen möchte -auch, wenn ich zugeben muss, dass dieser Band meiner Meinung nach bisher der schwächste der Reihe war. Er war weniger blutig und makaber wie die ersten beiden Fälle.

Und trotzdem bin ich absolut begeistert davon, mit welcher Logik die Ermittler an die Morde herangehen, was sich die Mörder auch alles überlegen (das sind ja keine 08/15-Morde) und wie die Ermittler dem Mörder schließlich auf die Schliche kommen. Durch eine kleine Unachtsamkeit des Täters…
Eine Münze am Tatort bei den Opfern zu platzieren, deren Bedeutung ihren Ursprung in der griechischen Mythologie hat, religiöse Rituale verheißt und das Heranziehen eines Professors erfordert, der sich mit dieser Thematik auskennt, ist einfach unglaublich spannend. Und dazu wieder die Psychoanalyse, die Clara und MacDeath anstellen, um ein Täterprofil zu erstellen,  das Handeln des Mörders zu begreifen und Antworten zu finden, lässt mich jedes Mal aufs Neue auf meine Kosten kommen.

Ich kann nur sagen, dass mich diese Reihe bisher kaum enttäuscht hat, sondern ich wirklich mit Spannung auf den nächsten Fall blicke und hoffe, dass es noch viele Fortsetzungen in dieser Reihe geben wird. Ich kann hier diesmal leider nur 🌟🌟🌟🌟 vergeben, werde aber trotzdem mit Optimismus auf den nächsten Fall schauen, der hoffentlich wieder die Form der ersten beiden Bände annimmt.

Verlag: Weltbild (2014) 
Seitenzahl: 400 
Genre: Thriller 
ISBN: 978-3-95973-060-0

Freitag, 10. Juli 2020

"Dreamcatchers" (Chris Bennett)

Der Klappentext: „Eine verschworene Wohngemeinschaft. Eine alte Tradition. Ein Keller voller Leichen.
Seit Tagen hat sich Beatrice Morgans Verlobter nicht gemeldet. In großer Sorge folgt sie ihm nach Nightbow, Kalifornien. Von ihm fehlt jede Spur und die Suche erscheint völlig hoffnungslos. Schnell erkennt sie, dass die Kleinstadt beherrscht wird von Gewalt und Korruption. Und auch die Studenten-WG, bei der er zuletzt wohnte, hütet ein dunkles Geheimnis. Im
Laufe ihrer Nachforschungen zeigen sich Beatrice die grässlichen Abgründe hinter dem Verschwinden ihres Verlobten. Zugleich hat die Wohngemeinschaft einen neuen potenziellen Mitbewohner ins Auge gefasst. Doch dieser passt keineswegs in das traditionelle Auswahlschema. Und das hat schreckliche Konsequenzen zur Folge.“

Was in dem Keller einer Studenten-WG vor sich geht und was ihr Verlobter Theodore dort durchleben muss, davon ahnt Beatrice Morgan nichts. Weil sie sich Sorgen macht, da Theodore auf keine ihrer Nachrichten antwortet, macht sie sich schließlich auf den Weg nach Nightbow, um ihm einen Besuch abzustatten. Doch was sie dort erfährt, zieht ihr den Boden unter den Füßen weg… Ihr Verlobter soll in einer Nacht und Nebelaktion einfach aufgebrochen sein, einen Abschiedsbrief geschrieben und sogar seinen Verlobungsring bei seiner WG-Mitbewohnerin gelassen haben!? Doch damit nicht genug. Die Lage wird immer mysteriöser. Was hat es mit der Wohngemeinschaft in der Silverstone Road auf sich? Und welches Geheimnis hüten Greg, Anthony und Kasidy in ihrem Keller?

Dass ich diesen tollen Mystery-Thriller lesen durfte, verdanke ich dem glücklichen Umstand, dass ich ein Teil von Chris Bennetts Bloggerteam sein darf. In den letzten Wochen wurden wir auf den sozialen Medienkanälen mit Textschnippseln versorgt und die Spannung um das Buch wuchs fast ins Unermessliche.
Nun war es also soweit und was soll ich sagen? Das Warten hat sich gelohnt!

Vor ein paar Wochen las ich ja bereits den ersten Teil der Dark World-Reihe von Chris Bennett und war sofort vom Schreibstil angetan, welcher mich problemlos durch das Buch geführt hat. Als ich jedoch „Dreamcatchers“ gelesen habe, fiel mir sofort eine Veränderung auf. Denn der Schreibstil in diesem Buch war nochmal eine ganze Ecke besser, flüssiger, die Handlungen waren besser verwoben und nachvollziehbarer als in „Dark World“.
Man merkte hier also schon eine ganz deutliche Entwicklung bei Chris Bennett, was seinen Schreib- und Erzählstil angeht, und das war unglaublich angenehm und schön zu sehen.

Die Geschichte als solche fand ich super spannend. Der Handlungsverlauf hat immer die Neugier auf die nächste Szene geweckt. Wir hatten Szenenwechsel mit jeweils verschiedenen Charakteren und Handlungen. Und hinterher sind doch alle Fäden zusammengelaufen und das Buch wirkte in sich rund und die Handlung schlüssig.
Die Charaktere fand ich allesamt authentisch und ich bin hier, was die emotionale Komponente angeht, voll auf meine Kosten gekommen. Es waren Charaktere dabei, die mich von vornherein angewidert haben, die ich sofort ins Herz geschlossen habe, die ich vom Auftreten und ihrem Wesen her total stark fand und welche, die mir einfach nur unendlich leid taten.
Also alles in allem wurde ich hier als Leserin auf vielen Ebenen bedient und hatte viel Freude mit diesem Buch.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei Chris Bennett bedanken, dass ich ein Teil seines Bloggerteams sein und ihn begleiten darf, meinen größten Respekt für dieses tolle Werk aussprechen und meine Hoffnung auf eine Fortsetzung verkünden 😇
Es war wirklich eine spannende Zeit bis zur Veröffentlichung des Buches und das Werk dann in Händen zu halten war einfach toll.

Von mir gibt es ganz starke 🌟🌟🌟🌟 und den Bonusstern für den sympathischen Autor aus meiner Heimat. Und ich spreche hier definitiv meine Leseempfehlung aus! Wer dieses Buch nicht liest, ist selber Schuld! 😉

Verlag: Gegenstromschwimmer (2020)
Seitenzahl: 526
Genre: Mystery-Thriller 
ISBN: 978-394786-523-9

Montag, 6. Juli 2020

"Paralysiert" (Alex Haslauer)

Der Klappentext: „Von seiner Midlife-Crisis getrieben, lässt der ehemalige Bankmanager Stefan nach der Scheidung sein altes Leben hinter sich und versucht seine Burn-Out Erkrankung auf einer Insel in Thailand zu verarbeiten. Er führt ein typisches Backpacker-Leben und lernt die hübsche Yogalehrerin Joey kennen, die ihm vollkommen neue Welten eröffnet.
Zwischen Partys im Drogenrausch und atemberaubender Natur gewinnt Stefan seine Lebensfreude zurück.
Unbeschwert genießt er seine Freiheit, bis der Traum vom Paradies schlagartig zum Albtraum wird.“

Der ehemalige Bankmanager Stefan unternimmt nach seiner Scheidung eine Reise nach Thailand, um den Kopf frei zu bekommen und die Geschehnisse der letzten Zeit, die ihn sehr gefordert haben, zu verarbeiten. Erst scheint es auch das reinste Paradies zu sein, wo er sich „niedergelassen“ hat. Er macht endlich Dinge, die ihm gut tun, kann entspannen und lernt interessante Leute kennen. Unter anderem die junge Yogalehrerin Joey, mit der er seine ersten Erfahrungen mit Joints und anderen berauschenden Mitteln macht.
Was anfangs noch Spaß machte und ihn in völlig neuen Sphären schweben ließ, wird jedoch bald zum Horrortrip.

Zuerst einmal will ich zu diesem Buch sagen, dass es mir vom Schreibstil her richtig gut gefallen hat. Die Geschichte war flüssig lesbar, Orte und Personen waren toll beschrieben und ich konnte mir Stefan als Charakter sehr gut bildlich vorstellen. Die Erzählung an sich war sehr detailreich und für mich waren die Handlungen gut nachvollziehbar.
Von daher habe ich absolut nichts auszusetzen. Hier konnte das Buch bei mir wirklich punkten.

Allerdings war dieses Buch trotzdem nicht meins. Es konnte mich inhaltlich nicht für sich gewinnen, sodass ich nach dem Lesen nicht sagen kann, dass es mir richtig gut gefallen hat und ich froh bin, es gelesen zu haben. Die Story war einfach nicht mein Fall und ich konnte mich absolut nicht darin verlieren.
Ich möchte dieses Buch jedoch nicht abwerten, nur weil es MICH PERSÖNLICH nicht für sich gewinnen konnte. "Insel-Abenteuer" gehören jetzt nicht unbedingt zu den Genres, die ich sonst bevorzugt lese, daher war dieses Buch für mich ein Versuch –ein „Abenteuer“, wenn man so will, mal etwas anderes als die gängigen Thriller oder Romane zu lesen, um vielleicht etwas Neues für mich zu entdecken.

Ich finde, alle –hier besonders Alex Haslauer- haben eine Chance verdient, dass man ihre Bücher liest, und Alex Haslauer kann gewiss nichts dafür, dass die Story nicht mein Fall war. Jedem anderen wird es sicher gefallen und er/sie/es wird es gern lesen. Die Geschmäcker sind halt verschieden. Und ich habe so viele positive Rezensionen zu diesem Buch gelese, darum lasst Euch von mir nicht abschrecken, sondern lest es!

Alles in allem bekommt dieses Buch von mir trotzdem 🌟🌟🌟, denn auch wenn mir die Story nicht zugesagt hat, war das Rundumpaket völlig in Ordnung. Und ich habe es ja auch zuende gelesen, von daher will das ja auch was heißen 😉 Ich wünsche trotzdem allen neugierigen Lesern viel Spaß mit diesem Buch!

Verlag: Selfpublisher (2020) 
Seitenzahl: 381 (Print) 
Genre: Insel-Abenteuer/Thriller 
ISBN: hier handelt es sich um ein Ebook