Freitag, 27. November 2020

„Der gekreuzigte Russe“ (Martin Barkawitz)

Der Klappentext: „New York 1928: Als Privatdetektiv Jack Reilly die grausame Kreuzigung eines Mönchs aufklären soll, führen seine Ermittlungen nach Coney Island. In der fiebrigen Atmosphäre des Vergnügungsviertels muss er zwischen Riesenrädern und Achterbahnen schnell feststellen, dass dort die Luft verflixt bleihaltig werden kann. Was hat die geheimnisvolle Schönheit Nastassja zu verbergen? Hatte das russische Mordopfer ein düsteres Geheimnis? Wer treibt mit Reilly ein doppeltes Spiel? Der Detektiv muss sein Leben in die Waagschale werfen, um diesen Fall zu lösen. Muss Reilly diesmal die Waffen strecken?“

Ein grausamer Mord an einem russischen Mönch wird begangen. Zur Schau gestellt wie Jesus Christus am Kreuz wird der Tote an einem Achterbahngerüst drapiert. Als Jack Reilly den Auftrag seines russischen Auftraggebers erhält, den Mord an dem Mönch zu untersuchen, macht Jack einige nicht ganz ungefährliche Bekanntschaften. Auch Nastassja, die Jack auf Coney Island kennen lernt, ist kein ungeschriebenes Blatt. Die Bekanntschaft mit ihr ist für Jack zwar hilfreich, aber nicht gerade ungefährlich.

Wie habe ich diesen zweiten Fall für Jack Reilly weggesuchtet!? Nachdem es mir Band 1 schon so angetan hatte, musste ich gleich im Anschluss auch den zweiten Band lesen und ich war wieder mal hellauf begeistert. Ich muss sagen, dass es mir diese Reihe bisher wirklich angetan hat, auch wenn sie zu den etwas weniger stark beseiteten gehört. Dennoch hatte der zweite Band mit 119 Seiten bereits 26 Seiten mehr in petto als der erste Band. Und die haben sich gelohnt.

Die Figuren von Jack und seiner Sekretärin Lucy haben ja bereits im ersten Band meine Sympathie geweckt und auch in diesem Band habe ich die beiden sogar noch mehr in mein Herz geschlossen. Diesmal hatte ich sogar noch mehr das Gefühl, als Leserin direkt angesprochen zu werden, denn es liest sich wirklich, als wäre Jack ein alter Freund, der uns als Lesern von seinen Abenteuern erzählt. Er spricht uns direkt an und das schafft irgendwie eine persönliche Verbindung mit der Figur, die mir sehr gut gefällt. Ich mag besonders sein freches Mundwerk. Es ist nicht übertrieben, aber lockert die Stimmung im Buch wirklich auf. Auch Lucy ist eine erfrischende Figur, die mit ihrem frechen Mundwerk die Stimmung aufhellt.

Mal wieder will und kann ich nicht zu viel verraten, vor allem, was den Fall angeht. Aber so viel ist sicher: Jack Reilly werde ich bis in den letzten Band verfolgen, denn bisher muss ich ein großes Lob an Martin Barkawitz aussprechen. Ihm ist hier eine richtig geniale Reihe gelungen (wenn man das nach zwei Bänden schon sagen darf!?)

Auch hier gibt es wieder ganz starke 🌟🌟🌟🌟 und ich warte noch auf das I-Tüpfelchen, um meine 5 Sterne zu vergeben. Wirklich großartig bisher und eine klare Leseempfehlung, wenn man mal Lust auf eine erfrischende Krimireihe hat, die ohne viel Schnickschnack auskommt.

Verlag: BookRix (2019) - Seitenzahl: 119 (Print) 

Genre: Kriminalroman - ISBN: hier handelt es sich um ein Ebook

Freitag, 20. November 2020

"Erben der Ewigkeit - Der Fluch des Lebens" (Derufin Denthor Heller)

Der Klappentext: „Heller Aufruhr herrscht im mittelalterlichen Weiler Laaberau. Aufgeregt fiebert die Bevölkerung dem großen Konzert fahrender Musikanten entgegen. Die Gefahr der letzten Tage scheint gebannt. Doch war der dämonische weiße Säbelzahn der wahre Schuldige für die erfahrenen Gräueltaten der letzten Stunden?
Welch düsteres Geheimnis birgt die verwunschene Waldlichtung und der edle Kirschbaum, den uralte Geschöpfe beleben?
Schnell zeigt sich, dass nichts ist, wie es zunächst scheint.“

Eine Gruppe Wandermusiker erfährt während ihres nächtlichen Aufenthaltes im Wald unbemerkt, dass eine Gruppe Dorfbewohner auf der Suche nach einer jungen Frau ist. Als die Musikertruppe am nächsten Tag die Stadt Laaberau erreicht, erzählen ihnen die Stadtbewohner von den jungen Frauen, die in der letzten Zeit täglich spurlos verschwinden. Grausig zugerichtet werden sie gefunden. Doch wer tut den jungen Frauen solche Grausamkeiten an? Eine Geschichte über abgrundtiefe Bösartigkeit, den unstillbaren Durst nach ewigem Leben und Triebhaftigkeit beginnt.

Der Auftakt dieser schaurigen Trilogie, die in einer verwunschenen Welt mit historischen Bezügen spielt und klassische Horrorelemente enthält, führt die Leser durch die Abgründe des fantastischen Daseins. Elfen, Menschen, grausige Kreaturen… Dies alles hat den typischen Fantasycharakter und der Charme der Figuren tut hier sein übriges.

Vor allem die Kombination aus Fantasy und Horror hat mich gereizt, dieses Buch zu lesen, und auf dieser Ebene bin ich ganz und gar nicht enttäuscht worden. Die sehr bildhaften Beschreibungen von Gedanken, Taten und triebhaften Auswüchsen waren sehr gut herausgearbeitet und haben mich des Öfteren schaudern lassen.

Aber leider gibt es von mir auch Kritik: Anfangs habe ich sehr gut in die Geschichte hineingefunden (trotz des Umstandes, dass ich nicht oft Fantasyromane lese). Ich hatte gleich Zugang zu den Figuren, ob gut- oder bösartige. Jedoch habe ich irgendwann im Laufe des Buches total den Anschluss verloren. Je mehr Figuren hinzukamen, umso undurchsichtiger wurde es für mich. Vor allem die Namen der Figuren haben es mir nicht gerade leicht gemacht („Wer war denn jetzt nochmal Beregrend?“). Die Fülle an Figuren, die wichtig für die Handlung waren, und die vielen Wendungen haben mich leider ab einem gewissen Punkt verloren.

Ich denke, dass dieses Buch definitiv die fantasyaffine Leserschaft erreicht. Denn wer auf die klassischen Fantasyelemente mit einem Hauch Horror „spezialisiert“ ist, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Ich habe für mich leider festgestellt, dass dieses Buch für mich persönlich, die nun nicht viel bis kaum im Fantasy-Genre unterwegs ist, zu schwere Kost ist. Deshalb lasst Euch von meiner Meinung nicht abschrecken, sondern lest das Buch und macht Euch Euer eigenes Bild davon!

Von mir gibt es für diesen Reihenauftakt gute 🌟🌟🌟! Und ich danke an dieser Stelle dem Autor und BoD für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 Verlag: Books on Demand (2020) - Seitenzahl: 318

Genre: Fantasy mit Horrorelementen - ISBN: 978-375199-865-9

Freitag, 13. November 2020

"Das Tangoluder" (Martin Barkawitz)

Der Klappentext: „New York 1928: Privatschnüffler Jack Reilly sitzt auf dem Trockenen, und das nicht nur wegen der Alkohol-Prohibition im Amerika der Zwanzigerjahre. Als eine geheimnisvolle Schöne auftaucht, scheint die finanzielle Durststrecke für ihn und seine clevere Sekretärin Lucy überwunden. Aber dann geht der Ärger erst richtig los.

Es ist eine düstere Zeit des Faustrechts. Die Lösung des Kriminalfalls wird für das ungleiche Duo zum Überlebenskampf. Wie gut, dass sie dabei ihren Humor nicht verlieren.

Jack und Lucy stehen im Mittelpunkt einer teuflischen Intrige. Als die Hintermänner ihre bewaffneten Bluthunde von der Leine lassen, wird die New Yorker Luft extrem bleihaltig. Geht es bei der Affäre wirklich um eines der wichtigsten amerikanischen Kunstwerke? Jack Reilly muss hoch pokern, um die Wahrheit ans Tageslicht zu zerren.“

 

Als eine hübsche Argentinierin in Jack Reilly’s Detektei kommt und ihm einen Batzen Geld verspricht, wenn er ihr gestohlenes Gemälde binnen zwei Tagen wiederbeschafft, lässt sich Jack nicht zweimal bitten. Doch irgendetwas stimmt mit seiner Auftraggeberin nicht. Die Kunstmalerin, die sie vorgibt zu sein, ist sie jedenfalls nicht. Jack und seine schlagfertige Sekretärin Lucy hängen sich sofort an die Färsen der Schönen und finden nach und nach die Wahrheit über sie und das gestohlene Gemälde heraus. Jedoch nicht, ohne dabei selbst in Gefahr zu geraten.

 

Viele Worte kann und muss ich nicht über dieses gerade einmal 83-Printseiten starke Buch verlieren. Im Moment bin ich wieder sehr auf dem Krimi-Trip und bin beim Durchforsten des Kindle-Shops auf diese Reihe von Martin Barkawitz gestoßen.

Und ich kann stolz verkünden, dass mich der Auftakt der Jack-Reilly-Reihe nicht enttäuscht hat.

 

Sicherlich ist es schwierig, wenn man schon ein Buch mit nicht all zu viel Umfang schreibt, das wichtigste zu benennen, nicht zu viel um den heißen Brei herumzureden und eine Handlung zu schaffen, die in sich stimmig und nachvollziehbar ist und trotzdem keine Fragen mehr offen lässt.

Mit diesem Buch hat Martin Barkawitz es schlichtweg geschafft, all diese Kriterien für einen Kurzkrimi für mich zu erfüllen.

Mir hat der Fall sehr gut gefallen, ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass mir Informationen unterschlagen wurden, um die Aufklärung des Falls nachvollziehen zu können und die Handlungen der Charaktere und die Aufklärung des Falls gingen harmonisch einher.

 

Die spitzzüngige Lucy, als Sekretärin des etwas eigenbrödlerischen Privatdetektivs hat meine Sympathie gleich für sich gewonnen. Sie ist schlagfertig (und das nicht nur mit dem Hufeisen in ihrer Handtasche) und clever und sie weiß, wie sie ihren Chef zu nehmen hat 😉

Jack Reilly ist so, wie ich mir einen Privatdetektiv in den späten 1920er Jahren vorstelle. So ein bisschen hat er mich an Molly Murphy aus der Feder von Rhys Bowen erinnert, deren Detektivfälle etwa um die gleiche Zeit in Amerika spielen.

 

Für mich also ein gelungener Auftakt. Ich freue mich, gleich im Anschluss den nächsten Fall zu lesen und bin gespannt, wie sich die Reihe noch entwickeln wird.

Von mir aber jetzt schonmal starke 🌟🌟🌟🌟 und eine Leseempfehlung.

Verlag: BookRix (2019) - Seitenzahl: 83 (Print)

Genre: Kriminalroman - ISBN: hier handelt es sich um ein Ebook

 

Freitag, 6. November 2020

"Gefangen in familiären Verstrickungen" (Rolf Jamm)

Der Klappentext: „Gibt es etwas Schlimmeres, als den eigenen Sohn zu verlieren? Eigentlich nur wenn man zusätzlich noch verdächtigt wird ihn umgebracht zu haben.
Genau damit muss sich Polizist Ralf auseinandersetzen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor seinen Sohn Gilbert mit der eigenen Dienstwaffe getötet zu haben.
Mittlerweile in Untersuchungshaft versucht Ralf mithilfe seines Anwalts Dr. Grohe Licht ins Dunkel zu bringen. Das erweist sich aber als gar nicht so einfach. Denn er muss sehr tief in die familiären Verstrickungen und seine Vergangenheit eintauchen. Schließlich stoßen sie auf einen Unbekannten, der mit dem Mord zu tun haben könnte. Aber der bleibt vorerst genauso nebulös wie sein Motiv…“

Ein Schuss aus der Dienstwaffe seines Vaters soll Ralfs Sohn Gilbert getötet haben. Für die Staatsanwaltschaft scheint der Fall klar zu sein – Ralf muss seinen eigenen Sohn getötet haben. Doch Ralf beteuert seine Unschuld und versucht, aus der Untersuchungshaft heraus, mit seinem Anwalt den Fall aufzuklären. Wer hat seinem Sohn das angetan? Und wer will ihn im Gefängnis sehen? Eine nervenaufreibende Ermittlung nach dem wahren Täter und dessen Motiv beginnt und Ralf muss sich den Geistern seiner Vergangenheit stellen…

Das war seit langem mal wieder ein Kriminalroman, wie ich ihn gerne lese. Im Gegensatz zu anderen Kriminalromanen war „Gefangen in familiären Verstrickungen“ mal etwas anders aufgestellt. Es ist nicht eine reine Erzählung eines Kriminalfalls aus der Sicht eines unbeteiligten Dritten, wo man eine Leiche findet und die Ermittlungsarbeit verfolgt. Sondern wir betrachten die Geschichte aus der Sicht von Ralf, der in die Untersuchungshaft verbracht wird, weil sein Sohn mit SEINER Dienstwaffe erschossen wurde. Doch Ralf beteuert seine Unschuld und wir verfolgen das ganze Buch hindurch, wie sich Ralf mit den Geistern seiner Vergangenheit auseinandersetzt, um seine Unschuld zu beweisen und ein mögliches Motiv des wahren Täters zu erkennen.

Ich fand es total interessant, so tief in die Gedanken- und Gefühlswelt von Ralf einzutauchen und wirklich „hautnah“ zu erfahren, wie es ihm mit all dem geht, was er an Erfahrungen gemacht und was er alles im Laufe der Jahre verloren hat. Er hängt an manchen Dingen immer noch, obwohl sie schon lange zurückliegen, er denkt an seine Exfrau, die ihn auf eine nicht gerade nette Art sitzengelassen hat. Er hat so einige Verluste zu verzeichnen und das tat mir als Leserin schon teilweise echt leid für ihn. Ich habe wirklich mit ihm mitgefühlt, als er da so in der Haft saß, mit dieser Anschuldigung, seinen eigenen Sohn getötet zu haben, und wie er dann seinen Werdegang immer mehr beleuchtet.

Die Figuren waren für mich sehr authentisch, vor allem Ralf hat mein absolutes Mitgefühl geweckt und war aus meiner Sicht ein wirklich interessanter Charakter mit einer bewegten Vergangenheit. Die Handlung als solche war spannend –im Hinblick auf die Wendungen und die Aufklärung des Falls- aber auch sehr traurig. Und die abschließenden Worte im Buch, die direkt an den Leser gerichtet sind, und dazu aufrufen, Zwist in der Familie aufzulösen und immer zusammenzuhalten, haben zum Schluss auch nochmal ihr übriges getan. Man sagt nicht umsonst, dass Blut dicker als Wasser sei. Also ein gut gemeinter Tipp des Autors, Streitereien beizulegen und in Harmonie zu leben, bevor man im Streit auseinander geht und man sich im Falle eines plötzlichen Todes des anderen nicht mehr vertragen kann.

Ich kann diesen Krimi nur empfehlen, denn er zeigt wirklich, wie aus Verzweiflung die Kraft erwächst, die Wahrheit ans Tageslicht zu holen und wie wichtig der Zusammenhalt innerhalb der Familie ist. Von mir gibt es starke 🌟🌟🌟🌟 und eine klare Leseempfehlung!

Verlag: Verrai (2020) - Seitenzahl: 312

Genre: Kriminalroman - ISBN: 978-3-94834-217-3

Freitag, 30. Oktober 2020

"Novemberkind" (Esther Gille)

Wie viel ist die Seele eines Kindes im Stande, zu ertragen? Und was wird aus diesem Kind einmal werden, welches keine mütterliche Liebe und immerzu Züchtigung, Schmerz, Erniedrigung und fehlende Anerkennung und Wärme erfahren hat? Das Ergebnis ist ein Lebensweg, der von vielen schmerzhaften und falschen Entscheidungen geprägt ist, einfach weil sich das Kind in der mittlerweile erwachsenen Frau nach Liebe und Halt sehnt.

Es fällt mir gerade wahrlich schwer, einen geeigneten Einstieg für diese Rezension zu finden, denn das „Novemberkind“ von Esther Gille ist ein Buch, das mich mit jedem einzelnen Wort bis in die Tiefen meiner Seele und meines Herzens erreicht hat. Und das lag nicht nur an dem herausragenden Schreibstil.

Die Geschichte ist keinesfalls fiktiv, sondern bildet einen, wenn nicht sogar DEN Einblick in das Leben der Autorin. Ungewolltsein, mangelnde Fürsorge, Anerkennung, Liebe, Herzenswärme… Was erwartet man als Leser, was aus diesem Kind, dessen leibliche Mutter es nur kurz nach der Geburt eigentlich töten wollte, welches dann aber doch in eine Adoptivfamilie kam, wird? Das Ergebnis ist eine Frau, die es gewagt hat, auf Anraten ihres Therapeuten ihre Geschichte niederzuschreiben und mit der Welt zu teilen.

Die Entscheidung, ein Buch über die Erlebnisse ihres Lebens zu verfassen, hilft nicht nur Esther Gille selbst als Therapieergänzung, sondern möglicherweise auch dem einen oder anderen Leser, der selbst betroffen ist oder mit Betroffenen verkehrt. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Bewältigung der Vergangenheit für einen depressiven Menschen alles andere als leicht ist und sehr viel Mut erfordert. Und diesen Mut hat Esther Gille gefasst, und darauf kann sie wahrlich stolz sein.

Schon die ersten Sätze des Buches haben mich so sehr ergriffen und mitgerissen, dass ich das Buch innerhalb weniger Stunden wahrlich verschlungen habe. Ich war zu Tränen gerührt, war erschüttert über das Verhalten ihres Umfeldes; ich war regelrecht wütend auf die Menschen in ihrem Leben, von denen sie sich einfach nur ein wenig Zuneigung erhofft hat, die ihr aber alles andere als das gegeben haben. Dennoch ist sie keine bemitleidenswerte Frau, sondern für mich persönlich eine unheimlich bemerkenswerte Persönlichkeit, die sich Hilfe gesucht und ihren Weg irgendwie doch noch gefunden hat – trotz untherapierbarer Depressionen.

Die Rückschläge, die sie erlitten hat –nicht nur, was ihre eigene physische und psychische Verfassung betrifft, sondern auch Mitglieder ihrer Familie- haben sie zu dem Menschen gemacht, der sie heute ist. Und allein die Tatsache, dass sie für sich im Rahmen ihrer Therapien und beim Verfassen dieses Buches erkannt hat, wie sie die Menschen, die ihr so viel schlechtes angetan haben, zu bewerten hat und dies hoffentlich nie wieder zulässt, zeugt schon von wahrer Größe. Wie schrieb sie so schön? „Bin auferstanden wie Phoenix aus der Asche.“ Diese symbolträchtige Metapher zeigt, was für eine starke Frau aus ihr geworden ist, und davor ziehe ich meinen virtuellen Hut.

Dieses bewegende Buch hat nicht weniger als 🌟🌟🌟🌟🌟 verdient und landet ohne Überlegen auf der Liste meiner „Lesehighlights 2020“.

** Ich danke Ihnen wirklich von Herzen für Ihr Buch, für den Mut, den Sie aufgebracht haben. Und ich danke Ihnen dafür, dass Sie SIE sind! Alles Liebe und Gute liebe Esther! **

Verlag: Europa Verlagsgruppe (2020) - Seitenzahl: 180

Genre: Autobiografischer Roman - ISBN: 978-1-22010-089-2

Freitag, 23. Oktober 2020

"Bis Vergangenes vergessen wird" (Lili Amalie)

Der Klappentext: „Zwei Wochen lang darf die überglückliche Schauspielerin Olivia Miller mit ihren drei Freunden Urlaub auf einer echten Luxusyacht machen. Doch schon bald bekommt die anfängliche Freude einen bitteren Beigeschmack. Als Olivia und ihr bester Freund Nicolas anonyme Drohbriefe erhalten und von dem auf derselben Yacht drei Jahre zuvor geschehenen Mordfall erfahren, ist der Friede vergessen und Olivia gerät in große Gefahr. Gefangen in einem Netz aus Lügen und unbeantworteten Fragen der Vergangenheit versinken die vier immer tiefer in ein Loch der Verzweiflung. Wer gehört zu Olivias Familie und wem kann sie wirklich trauen? Ist es vielleicht sogar möglich, dass sich der Mörder direkt vor ihr befindet?“

Für Olivia kann es gar nicht besser laufen. Beruflich befindet sie sich auf einem Höhenflug und als ihr Freund Lucas, ihre beiden Freunde April und Nicolas und sie eine Luxusyacht kaufen, scheint das Glück perfekt. Doch die Freude über die neue Errungenschaft der vier Freunde währt nicht lange, als Olivia und Nicolas plötzlich Drohbriefe erhalten und die grausige Wahrheit über die Yacht ans Tageslicht kommt. Mit einem Schlag müssen Olivia und Nicolas feststellen, dass sich auf der Yacht ein grausiger Mord abgespielt hat. Auf der Suche nach Antworten, kommen sie immer mehr Lügen der Vergangenheit und auch der Gegenwart auf die Schliche -und begeben sich dabei in große Gefahr.

Zu allererst einmal möchte ich ein ganz großes Lob an die noch so junge Autorin aussprechen. Mit gerade einmal 17 Jahren hat Lili Amalie das gewagt, was nicht viele in ihrem Alter machen würden. Und zwar ein Script bei einem namenhaften Verlag einzureichen. Das bedarf einer Menge Mut. Und die Tatsache, dass BoD ihr Schätzchen verlegt haben, hat schon was zu heißen.

Und ich kann sagen, dass BoD damit eine gute Entscheidung getroffen hat, denn dieses Buch ist als Einstieg wirklich gelungen. Ein Roman mit Thrillerelementen, die für jeden, der in dieses Genre einsteigen will, zu empfehlen ist. Ich fand die Story spitze, der Spannungsbogen war gleich bleibend auf dem Niveau, das man sich bei einem Buch dieser Art wünscht. Ich fand, dass die Elemente, die den Thrill in die Geschichte gebracht haben, sehr harmonisch mit dem Storyverlauf und den Charakteren waren. Es wirkte nicht überladen oder übertrieben ausgeschmückt.

Okay, zugegeben, mit den Charakteren bin ich nicht so richtig warm geworden. An manchen Stellen habe ich mit den Handlungen mancher Charaktere nicht mehr mithalten können, da irgendwie gefühlt jeder für sich gehandelt hat, sodass sie etwas ihrer anfänglichen Sympathie eingebüßt haben. Vor allem Lucas und April waren für mich irgendwie sehr unnahbar und haben keine Sympathiepunkte bei mir sammeln können. Es war wenig „Teamarbeit“ zwischen den Freunden vorhanden, die es bei einer solchen Story gebraucht hätte. Zum entscheidenden Zeitpunkt, als sich die Wahrheit immer mehr aufgezeigt hat, haben die Freunde zwar zusammen Pläne entwickelt, aber dennoch hätten sie besser miteinander harmonieren können. Die Vielzahl von Geheimnissen, die jeder mit sich herumgetragen hat, hat für mich auch nicht das Gefühl von Vertrauen geweckt, das in Beziehungen und auch Freundschaften vorherrschen sollte.

Aber nichtsdestotrotz war ich voll und ganz in der Story drin, mit deren Aufklärung ich letztlich zufrieden war, sodass ich sagen kann, dass mir die Story starke 🌟🌟🌟🌟 abringen konnte. Als Debüt einer 17-jährigen Autorin also absolut großartig und definitiv eine Empfehlung meinerseits.

Verlag: Books on Demand (2020) - Seitenzahl: 384 

Genre: Roman - ISBN: 978-375193-169-4

Montag, 5. Oktober 2020

"Totenhaus" (Bernhard Aichner)

Der Klappentext: „Eine Mörderin auf der Flucht. Brünhilde Blum wacht eines Tages in einem Albtraum auf. Einer der fünf Menschen, die sie umbringen musste, taucht plötzlich wieder auf. Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Nur eine Person kommt als Täterin in Frage: die Bestatterin, die die Toten damals eingebettet hat. Blum muss fliehen, und sie muss ihre Kinder zurücklassen. In einem seit zwanzig Jahre leerstehenden Hotel findet sie Zuflucht, an einem Ort, den sie besser gemieden hätte. Bei Menschen, denen sie besser nie begegnet wäre.“

Blum. Sie führt ein einigermaßen normales Leben. Bis sie ihren Zwilling in der Zeitung sieht. Sie macht sich auf die Suche. Und findet die Adoptivfamilie ihrer Zwillingsschwester. Doch wer war sie? Und warum hat sie sich in den Tod gestürzt? Damit nicht genug. Blums Taten sind aufgeflogen. Sie muss weg. Weit weg. Und niemand darf wissen, wo sie ist. Karl nicht. Reza nicht. Doch begibt sie sich damit in noch größere Gefahr.

ENDLICH! Wir haben es geschafft, die Totenfrau-Reihe weiterzulesen. Vor einigen Monaten habe ich mit zwei tollen Mädels den ersten Teil der Reihe um Blum gelesen. Lange, lange mussten die beiden auf mich warten, aber nun war es soweit. Und wir wurden nicht enttäuscht.

„Totenfrau“ hat uns ja schon völlig geschockt und überzeugt. Auch wenn ich anfänglich so meine „Schwierigkeiten“ mit Aichners Schreibstil hatte. Doch diesmal fiel mir der Einstieg sehr viel leichter und ich habe dieses Buch verschlungen.

Während „Totenfrau“ sehr blutig ausfiel und wir uns über das Blutbad, das Blum angerichtet hat, ausgetauscht haben, fiel „Totenhaus“ sehr viel psychologischer aus. Blum hat mit absoluten Ängsten - fast schon Schizophrenie - zu kämpfen gehabt. Wir haben einen Einblick in die Psyche der Charaktere erhalten, die so viel Leid und Schmerz erlebt haben. Es war diesmal also auf einer ganz anderen Ebene schmerzhaft.

Ich selbst habe mit Blum total mitgelitten. Sie tat mir so leid. Und es fiel wirklich ein Muster auf, dass Blum, die sich nach dem Tod ihres Mannes einfach nur Liebe und Zuneigung und auch ein stabiles familiäres Gerüst wünscht, es anzieht, die falschen Menschen zu nah an sich heran zu lassen. Sie lässt sich zu schnell um den Finger wickeln, lässt sich täuschen… Und fällt dann tief, sobald ihr auffällt, dass da etwas falsch läuft.

Ich habe diesen zweiten Teil der Reihe wirklich genossen und freue mich schon total, wenn wir den dritten und leider auch letzten Teil um Blum lesen. Der Austausch mit den Mädels war wieder sehr rege und unglaublich aufschlussreich. Und Bernhard Aichner gab auch hier wieder super Vorlagen zum Diskutieren und selbst „ermitteln“. Wir konnten Vermutungen anstellen, haben sofort eine Ahnung gehabt, haben die Charaktere alle auf Mark und Bein unter die Lupe genommen. Diese Reihe ist wie dafür gemacht, um sie in einem Buddyread zu lesen.

Von mir gibt es auch diesmal wieder 🌟🌟🌟🌟, denn ich war begeistert und finde, dass diese Reihe einfach unheimlich viel Potenzial hat. Nicht umsonst wollen Netflix und ORF „Totenfrau“ verfilmen ^^ 

Verlag: btb (2016) Seitenzahl: 416 Genre: Thriller ISBN: 978-34427-1442-1

Verlag: btb (2016) - Seitenzahl: 416 

Genre: Thriller - ISBN: 978-34427-1442-1



Freitag, 2. Oktober 2020

Autoren-Interview mit Vic P. Victory

Gut, zugegeben: Ich bin weder Barbara Schöneberger, noch Günther Jauch. Aber trotzdem hat dieses nicht "wirklich kommerztaugliche Individuum" namens Vic P. Victory mir ein kleines Interview gegeben 😊  
Wer Vic noch nicht kennt, schaut am besten im Anschluss an dieses Interview direkt mal auf der Autoren-Website, bei Instagram, Facebook oder am besten gleich bei Amazon vorbei, denn dort gibt es die Bücher. Und nun lassen wir das Schreiberlein mit der "frechen Klappe" endlich zu Wort kommen 😎
 
1. Beschreibe dich in drei Worten:
 
Vic: "Wissbegierig - Chaotisch - Lebhaft"
 
2. Wann hast du das Schreiben für dich entdeckt und wie gestalten sich deine Wege bis zum fertigen Buch? 
 
Vic: "Das Schreiben und ich leben in einer Art Symbiose. Es ist der Nährstoff meines Lebens, wenngleich es sich hin und wieder auch wie ein Parasit verhält, der mir die Energie für andere normale Tätigkeiten aussaugt. Aber meistens können wir recht gut miteinander. Wann das alles angefangen hat, kann ich schwer beantworten. Ich habe nur irgendwann gemerkt, dass es für meine Alltagstauglichkeit besser ist, wenn ich den Wirrwarr aus dem Kopf zu Papier bringe. Meine Wege zu einem fertigen Manuskript sind durchwachsen. Teilweise fühlt es sich wie ein Rausch an, je näher das Ende rückt. Oft ist es allerdings auch mit Wehmut behaftet, da ich mich am Ende von den Protagonisten verabschieden muss und sie, sollte kein zweiter Teil in Planung sein, nicht mehr in mir trage. Klingt verrückt, ist es auch, aber so bin ich nun mal."
 
3. Erzähl uns doch mal kurz was zu deinen Büchern.
 
Vic: "Bei meinem heiteren Debütroman „Die Trauzeugin“ geht es um die verwelkenden Glücksgefühle einer Braut, deren besessene Rebellion gegen ihr Umfeld und um eine schusselige Trauzeugin, die auf charmante Weise versucht das Projekt ‚Hochzeit‘ zu retten.
 
Der Krimi „Verlorenen Hauptes“ basiert auf einer wahren Geschichte. Am Arlberg wird ein stark verwester, menschlicher Torso gefunden. Der Kopf und Teile der Gliedmaßen fehlen. Während die Ermittler vor einem Rätsel stehen, rücken sie selbst ins Visier des Täters. Der Leser erhält zudem eine klarere Sicht auf die Taten, als die Protagonisten. Denn die toten Seelen verraten ihm die Hintergründe des Grauens. "
 
4. Woraus ziehst du deine Ideen für deine Bücher? Was inspiriert dich?
 
Vic: "Was mich inspiriert? Die Frage muss man für mich umdrehen: Was inspiriert mich nicht? Manchmal wünschte ich, es gäbe einen Off-Schalter für mein Input-Radar. Egal wo ich bin oder was ich gerade tue - in meinem Kopf entstehen Bilder, Geschichten, Szenen und Figuren im Takt eines nie enden wollenden Filmtrailers."
 
5. Warum sollten die Leute gerade deine Bücher lesen?
 
Vic: "Schon während die Idee eines neuen Buches im Kopf entsteht, frage ich mich, ob das Thema genug Leser ansprechen könnte. Ich feile dann so lange an einer Geschichte, bis ich davon überzeugt bin, anderen damit eine Freude zu machen. Meine Bücher handeln von Geschichten, die das Leben schreibt, Geschichten, in denen man sich vielleicht wiederfinden kann. Es sind Romane über die Liebe, über lebensverändernde Maßnahmen, über den Tod und Gerechtigkeit, aber ebenso Ungerechtigkeit und Verlust. Und, was mir persönlich für jeden meiner Romane wichtig ist: ein wenig Heiterkeit. Ich stelle mir die Menschen mit einem Grinsen im Gesicht und meinem Buch in der Hand vor und schon habe ich alles erreicht, was ich wollte. Den Wind aus der tristen Alltagsernsthaftigkeit nehmen und Fröhlichkeit in die Herzen der Menschen blasen. Bei manchen Romanen mehr, bei manchen - aufgrund der Grausamkeit eines bestimmten Themas wie Gewalt - weniger. Doch in jedem meiner Romane gibt es eine Wende, von der ich hoffe, obiges zu erreichen. Also warum sollten die Leute meine Bücher lesen? Es ist doch wie bei der Zubereitung eines 5-gängigen Menüs. Dem einen schmeckt die Vorspeise, den anderen der Hauptgang, manch einem alles, vielen gar nichts, manch einer ist allergisch auf Inhaltsstoffe, während andere einen zünftigen Saumagen haben, alles essen und mögen. Aber wer von vornherein die Nase rümpft, ohne davon gekostet zu haben, ist heikel und selbst schuld."
 
6. Ich hoffe, wir werden künftig noch mehr von dir lesen!?
 
Vic: "Die Sucht des Schreibens wird mir kein Therapeut der Welt jemals austreiben können. Somit ja."
 
 
Poetisch, philosophisch, humorvoll und absolut tiefgründig - das fällt mir zu Vic's Büchern ein. 
In der Zwischenzeit ist auch Vic's Liebesroman "Desert Hope - Das Herz der Emirate" erschienen. 
Wer also nach diesem Interview nicht genug von Vic bekommen kann, der liest am besten die Bücher. ICH habe sie schon gelesen und bin absolut süchtig nach dem Schreibstil dieses Nachwuchs-Schreiberlings 💕
 

Sonntag, 27. September 2020

"Wissensdurst" (Heidi Lindemann)

Der Klappentext: „Die Kriminalpsychologin Valerie findet sich plötzlich im Wien des Jahres 1789 wieder. Mit ihrer temperamentvollen und offenherzigen Art, hat sie Schwierigkeiten sich den Sitten und Gebräuchen der damaligen Zeit anzupassen und gerät in manch prekäre Situation. Niemand Geringeres als Wolfgang Amadeus Mozart steht ihr als guter Freund und Vertrauter zur Seite. Doch zwischen Aufklärungsgedanken, Freimaurerei und barockem Flair treibt ein grausamer Serienmörder sein Unwesen. Gleichzeitig verschwinden aus der Wiener Psychiatrie" dem Narrenturm", als auch aus dem Gefängnis Insassen auf mysteriöse Art und Weise. Besteht ein Zusammenhang zwischen den Taten? Tatkräftig unterstützt Valerie den ermittelnden Beamten Hauptmann von Quarin bei der Täter-Suche. Dabei muss sie feststellen, dass das Schicksal der gesamten Menschheit auf dem Spiel steht.“

Wie kann es sein, dass sich Valerie nach einem Zusammentreffen mit einem Mönch plötzlich im Wien des 18. Jahrhunderts wieder findet? Kommt sie doch als emanzipierte Frau aus einer Zeit der Digitalisierung und des Fortschritts. Verunsichert, aber wissbegierig, macht sich die Kriminalpsychologin mit der Zeit, in der sie sich nun befindet, vertraut und sucht nach Antworten. Dabei erhält sie Hilfe von einer Zigeunerin und schließlich auch von keinem geringeren als Wolfgang Amadeus Mozart. Und damit nicht genug, hilft sie mit dem Wissen ihrer Zeit dabei, schreckliche Morde aufzuklären. Dabei ist ihr loses Mundwerk ihr allerdings nicht immer dienlich.

Fangen wir mit den positiven Eindrücken zu diesem Buch an: Ich finde schon allein das Cover sehr ansprechend. Es passt zum Inhalt: Eine eigentlich emanzipierte Frau in der Robe einer feinen Dame aus dem 18. Jahrhundert. Ziemlich lässig, findet Ihr nicht auch?
Das Cover konnte also definitiv schonmal punkten ;-)
Zum Inhalt kann ich sagen, dass ich diese erfrischende, kurzweilige Zeitreise sehr genossen habe. Ich kann, entgegen aller negativen Kritiken, die ich bereits auf anderen Plattformen gelesen habe, nicht zustimmen, dass dieses Buch Zeitverschwendung gewesen wäre.

Im Gegenteil! Ich fand es spannend, zu lesen, was mit Valerie passiert, wie sie sich in eine Zeit einfügen muss, die ihr nur aus dem Geschichtsunterricht in der Schule bekannt ist. Als Frau ihrer Stellung und mit ihrem Wissen des 21. Jahrhunderts ist es alles andere als leicht, sich dem zu fügen, was rund drei Jahrhunderte früher galt. Die Mode ist eine Sache. Aber die Gepflogenheiten, die Stellung der Frau gegenüber dem Mann, der fehlende Fortschritt gerade in Bezug auf die Kriminalpsychologie und die Ermittlungsarbeit… All dem ist sie ausgesetzt und muss dabei aufpassen, dass sie sich nicht verplappert, damit sie nicht in den berühmt berüchtigten „Narrenturm“ gesperrt wird.

Die Aufklärung der Morde und ihre aufkeimende Freundschaft mit Wolfgang Amadeus Mozart waren wirklich interessant zu verfolgen. Ich fand die Idee auch super, wie es zustande kam, dass Valerie überhaupt im Jahr 1879 landen konnte und auch die Hintergründe zu den Morden waren sehr ausgeklügelt.
Dass sich die im Buch beschriebenen Ereignisse und die hier vorherrschende Redensart nicht mit der Realität decken, hat mich jetzt eigentlich weniger gestört. Mir ging es um die Geschichte an sich und die hat mich sehr gut unterhalten.

Kommen wir nun noch zu dem einzigen Minuspunkt, den ich nicht außer Acht lassen will und KANN: Wer meine Rezensionen aufmerksam verfolgt, weiß, dass ich EXTREM PINGELIG bin, wenn es um Grammatik und Rechtschreibung geht. Die Zeichensetzung (vor allem Kommasetzung und Anführungszeichen) ist wirklich „schaurig“. An vielen Stellen haben die gesetzten Kommata keinen Sinn ergeben und den Sinn der Sätze komplett aus den Angeln gehoben. Auch die Anführungszeichen waren teils so merkwürdig gesetzt, dass ich nie richtig wusste, wann jetzt der Dialog beginnt und wann er endet. Das hat mich beim Lesen schon gestört, da ich jemand bin, der laut liest, um die Geschichte und gerade die Dialoge besser zu verinnerlichen.

Für dieses Manko gibt es einen Punkt Abzug. Nichtsdestotrotz erhält dieser kurzweilige Zeitreise-Roman für seine erfrischenden Inhalte und die charmanten Charaktere gute 🌟🌟🌟🌟 von mir. Wer auch gern in andere Zeiten abtauchen will und verfolgen will, wie eine emanzipierte Kriminalpsychologin im Jahre 1879 hilft, eine Mordserie aufzuklären, sollte definitiv zu diesem Buch greifen 😉

Verlag: Selfpublisher (2019)
Seitenzahl: 206
Genre: Zeitreise-Roman 
ISBN: 978-1-69294-046-1

Freitag, 25. September 2020

"Wenn Alice erwacht" (Michael Aronovitz)

Der Klappentext: „Sie wandert umher, weil sie nicht atmen kann. Und - sie ist wütend, weil du atmen kannst."
Mickey Fitzsimmons und seine Freunde suchen lediglich den "Thrill" und erzählen sich auf dem Friedhof Gruselgeschichten, wie die von der vierzehnjährigen Alice Arthur, die im vergangenen Sommer ertrunken war.
Inspiriert von Mikeys Geschichte machen sich die Freunde auf den Weg zu ihrem Mausoleum - um die schwere Granittür zu öffnen: Sie haben keine Ahnung, was sie da unten erwecken sollten...“

Mickey und seine Freunde Nick und Will brechen mit den Schlüsseln von Mickey´s Vater auf dem Friedhof ein. Auf jenem Friedhof, auf dem die 14-jährige Alice Arthur in dem Mausoleum ihrer Familie begraben liegt. Jeder glaubt, die Geschichte um den rätselhaften Tod von Alice zu kennen. Es gehen viele Gerüchte um. Genau richtig für Mickey, der seinen Freunden imponieren will und ihnen mit den Friedhofsschlüsseln seines Vaters die Tür zu Alice’ Grab öffnet. Doch was sie damit freigelassen haben, daran hätten sie nicht einmal im Traum gedacht.

Rätselhaft und unheimlich – so kann man diese 209-seitige Geschichte beschreiben. Wer kennt den jugendlichen Ehrgeiz, seinen Freunden mit etwas „coolem“ Thrill zu imponieren, nicht? Doch Mickey ist nicht klar, was er seinen Freunden dort eröffnet und wie das Eindringen in Alice’ Grabstätte ihr Leben verändern würde.
Eigentlich eine Story, die man schon zu Genüge kennt, ist sie doch Vorlage für so manchen „Gruselfilm“. Drei Jugendliche, die den Thrill suchen und auf einen Friedhof einbrechen. Und plötzlich… ja… plötzlich…

Ich für meinen Teil fand die Geschichte tatsächlich sehr ansprechend. Sie hat mich unterhalten, ich habe mit Mickey mitgefiebert, habe immer wieder mal Herzklopfen gehabt, wenn Alice zugegen war… Und die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wurde, hat mir auch sehr gut gefallen. Erzählt wird die Geschichte um Alice nämlich von einem Vater, der seinem Sohn Max erzählt, wie es zu Alice’ Vermächtnis, das sich nun in der dritten Generation durch Max’ Familie zieht, eigentlich kam. Nämlich durch seinen Großvater Mickey, der die Tür zum Mausoleum damals geöffnet und Alice erweckt hat.

So schlicht diese Story auch ist (und so sehr man auch meint „Öh… schon 100 Mal gehört…“), man kann sich in dieser relativ kurz umfassenden Story wirklich verlieren. Ich bin als Leserin jedenfalls auf meine Kosten gekommen und wer zwischendurch mal Lust auf eine gute Geschichte mit einem gewissen „Gruselfaktor“ hat, ist mit diesem Buch sehr gut beraten. Es ist kurzatmig, wenig ausschweifend und der Schreib- und Erzählstil bauen einen gewisses Maß an Spannung auf, was dem Verlauf sehr zuträglich ist.

Viel mehr kann und muss man zu diesem Buch auch nicht sagen. Für mich trotzdem eine gute Lektüre für einen gemütlichen Leseabend im Herbst 🍂 Mir konnte dieses Buch immerhin 🌟🌟🌟🌟 abringen. Also schaut doch mal in den Ebook-Shops vorbei und haltet Ausschau nach Alice. Vielleicht erweckt auch Ihr sie!? 😈 

Verlag: Uksak (2020)
Seitenzahl: 209 (Print)
Genre: Roman
ISBN: hierbei handelt es sich um ein Ebook

Montag, 21. September 2020

"Bienentod" (Stefanie Mühlenhaupt)

Der Klappentext: „Nahe Zukunft: Die Bienen sind ausgestorben, der Klimawandel zeigt sein hässliches Gesicht. Das gesamte Ökosystem ist aus dem Gleichgewicht geraten, die Sonne brennt unerbittlich vom Himmel. Lebensmittel sind knapp, die Menschheit dem Untergang geweiht. Eine alles verzehrende Hitze und steigende Meeresspiegel treiben Millionen von Menschen ins Gebirge.
Im Auftrag einer mächtigen Forschungsfirma entwickelt die Wissenschaftlerin Sophie Bergmann Bienen, die gegen alle Umwelteinflüsse resistent sind. Sie handelt in dem festen Glauben, mit ihrer Hilfe den Hunger zu bekämpfen. Doch dann macht sie eine tödliche Entdeckung, die alles in Frage stellt. Steht Sophie wirklich auf der richtigen Seite? Und wem kann sie noch trauen? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt …“

Die Wissenschaftlerin Sophie Bergmann ist mit Leib und Seele für die Forschungsfirma FoodTec, die sich mit der Entwicklung einer multiresistenten Bienenart befasst, tätig. Dieses Projekt verlangt ihr alles ab, aber sie geht ihrer Arbeit mit Freude nach, denn es geht um das Überleben der Menschheit. Denn in der nahen Zukunft, in der Sophie lebt, gibt es keine Lebensmittel mehr, die auf natürliche Art und Weise wachsen. Dürreperioden und ansteigende Meeresspiegel gehören zum Alltag der Menschen. Eine wirkliche Demokratie gibt es nicht mehr, denn die Menschen hungern. Und mit der Forschung an der multiresistenten Bienenart versucht man, wieder „Leben“ zu erschaffen.
Doch was so toll klingt, ist bei genauerer Betrachtung reine Heuchelei. Denn Sophie ahnt nicht, dass ihre Firma in bösen Machenschaften drinsteckt. Wem kann sie also noch trauen?

An sich fand ich diese Geschichte gar nicht mal so unrealistisch. Wenn man sich die Welt, wie sie jetzt ist, mal ansieht und in den Medien mitverfolgt, wie wir Menschen mit unseren Ressourcen und den mit uns auf diesem Planeten lebenden Lebewesen umgehen, ist die „nahe Zukunft“, die im Buch beschrieben wird, gar nicht mehr so weit von dem entfernt, was sich eh schon abspielt.
Von daher ist diese Geschichte schonmal gut nachvollziehbar und kann mit einer realitätsnahen Handlung punkten.

Jedoch bin ich mit dem Buch nicht so richtig warm geworden. Lassen wir jetzt mal die Story außen vor (denn die war, wie gesagt, ganz gut). Das Buch ließ sich flüssig lesen, am Schreibstil hat es also auch nicht gelegen. Bleibt noch der Erzählstil an sich. Denn der war teilweise so kleinschrittig und langwierig, dass mich das Interesse am Weiterlesen irgendwie verlassen hat… Ich weiß nicht, warum man manche Situationen so penibel ausschmücken muss, bis man als Leser irgendwann denkt „Jaha… es reicht doch nun…“
Für meine Begriffe wäre weniger = mehr gewesen. Mich hat diese lang gezogene Handlung total abgeschreckt und leider gibt es dafür wirklich Punktabzug, denn das kann ich nicht schön reden.

Dennoch fand ich die Idee dahinter total genial. Wie eingangs erwähnt, ist die Story an sich nicht mehr so weit von unserer Gegenwart entfernt. Wir bewegen uns jeden Tag aufs Neue in Richtung Klimakatastrophe, wir rotten Tier- und Insektenarten aus, ohne zu begreifen, wie wichtig sie für unser eigenes Überleben sind. Und die Geschichte einfach mal weiterzuspinnen, wie es Stefanie Mühlenhaupt gemacht hat, und einen Blick auf die Welt zu werfen, in der unser Überleben nicht mehr gesichert ist, weil beinahe alle Bienen ausgerottet sind, die an irgendwelchen hochgiftigen Insektenschutzmitteln gestorben sind…
Für mich eine absolute Horrorvorstellung. Und gerade weil diese Thematik so aktuell ist, finde ich es toll, dass sich die Autorin an diese Thematik herangewagt hat.

Leider war dieses Buch aus meiner persönlichen Sicht dennoch nur mittelmäßig, weshalb ich hier leider nur 🌟🌟🌟 vergeben kann, denn für mehr hat mich der ausschweifende Stil einfach nicht packen können. Dennoch ein spannender Gedankengang, den man hier getrost weiterspinnen kann.
Verlag: Digital Publishers (2020)
Seitenzahl: 337
Genre: Thriller 
ISBN: hier handelt es sich um ein Ebook

Freitag, 18. September 2020

"Tödliche Angst" (André Wegmann)

Der Klappentext: „Ein grausamer Snuff-Pornoring, der keine Grenzen kennt. Eine alte Lungenheilanstalt, die schreckliche Geheimnisse birgt. Eine junge Migrantin und ihr verzweifelter Kampf um ein friedliches Leben. Privatermittler Michael Jesko freut sich mit seiner Freundin Kimi auf ein paar erholsame Tage an der Nordsee, als der örtliche Pfarrer ihm von schlimmen Machenschaften berichtet, die er von einem Sterbenden erfahren hat. Jeskos Ermittlungen bringen ihn auf die Fährte eines Snuff-Pornorings, der junge Migranten den sexuellen Perversionen reicher Männer aussetzt. Seine hartnäckige Suche nach Gerechtigkeit führt Jesko an einen scheinbar verlassenen Ort mit einer dunklen Vergangenheit, der ganz eigene, fürchterliche Bedrohungen bereithält. Schnell ist nicht nur Jeskos Leben in höchster Gefahr.“

In einer ehemaligen Tuberkulose-Heilstätte in Ostfriesland verschwinden eine Krankenschwester und ihr Kind. Der Direktor stand zu diesem Zeitpunkt unter dem Verdacht, die Krankenschwester und ihren Sohn getötet zu haben. Dieser Fall ist mittlerweile fast 100 Jahre her, aber der Urenkel des Direktors hat von dem Fall gehört und dringt in die mittlerweile stillgelegte Klinik ein und versucht der Tat seines Urgroßvaters auf den Grund zu gehen.
Doch diese Klinik ist entgegen aller Erwartungen alles andere als stillgelegt, denn hier spielen sich Grausamkeiten ab, mit denen keiner rechnet. Ein Snuff-Pornoring entführt frisch eingereiste Migranten und bietet ihre Körper und auch ihre Leben im Darknet an.
Als der Privatermittler Jesko von dem ortsansässigen Pfarrer um Hilfe gebeten wird, wird er auf den Pornoring aufmerksam –und bringt sich in tödliche Gefahr.

Okay, nennt mich verweichlicht, aber ich habe echt kurzzeitig überlegt, dieses Buch abzubrechen. Mein bildliches Vorstellungsvermögen ist hier bis aufs Äußerste ausgereizt worden. Die beschriebenen Szenarien waren so detailliert beschrieben, dass es mich wirklich mit Abscheu erfüllt hat. Ich fand die beschriebenen Szenen so grauenvoll, ekelerregend und sie haben mich über alle Maßen angewidert und wütend gemacht, dass ich nicht sicher war, ob ich mir den Rest des Buches wirklich zu Gemüte führen will.
Ich habe wirklich immerzu überlegt, wie viele dieser Szenen der Wirklichkeit entspringen, wie tief die menschlichen Abgründe nur sein können und ich habe mich geschüttelt bei der Vorstellung an diese Art „Mensch“, die solche grausamen Dinge mit anderen Menschen macht.

Sich am Leid, am Schmerz und an der Todesangst anderer regelrecht aufzugeilen spricht wirklich für absolute Verhaltensstörungen. Und da stellen sich mir immer die Fragen „Ist das alles wirklich nur fiktiv? Oder steckt da doch mehr Wahrheit dahinter, als mir lieb ist?“
Der Snuff-Pornoring, um den es hier ging, ist sicher nicht komplett an den Haaren herbeigezogen, aber man mag sich gar nicht vorstellen, was für Gelüste und „kranke Scheiße“ (entschuldigt bitte diesen Ausdruck) in manch einem schlummern.

Ich war aufgrund der Härte der beschriebenen Taten sehr froh, wenn dann wieder ein Kapitel folgte, in dem es um den Privatermittler Jesko ging, denn der hat mich aus dieser Schreckensszene wieder sehr schön rausgeholt, sodass ich mich von dem Gelesenen etwas „erholen“ konnte. Die Szenen seiner Ermittlungsarbeit waren sehr erfrischend zwischendurch, auch wenn er seine ganz eigenen Sorgen hatte. Aber die waren nichts im Vergleich zu dem, was sich im Untergrund abgespielt hat.
Gerade dieser Wechsel zwischen Normalität und Wahnsinn hat mir sehr gefallen und in diesem Fall auch gut getan.
Und die Figuren, die diese Geschichte mit Leben gefüllt haben, waren wirklich authentisch. Auch wenn ich sagen muss, dass mir eine Figur von Vornherein irgendwie übel aufgestoßen hat, die sich dann auch wirklich zu dem entwickelt hat, was sie ist. Mir war also eigentlich schon von Beginn an klar, wer hier in diesem Fall der Strippenzieher ist. Doch der abschließende Fernsehbericht hat mich dann doch noch einmal staunen lassen und auch die letzten Fragezeichen vertrieben.

Dieser Thriller hat seinem Genre wirklich alle Ehre gemacht. Und auch der Titel passt super zu den beschriebenen Grausamkeiten, bei denen man wirklich nur „tödliche Angst“ empfinden kann. Selbst, wenn man es nur liest.
Ich kann diesen Thriller definitiv empfehlen, jedoch mit dem Hinweis, dass die Story nichts für schwache Gemüter ist. Ich vergebe hier ganz starke 🌟🌟🌟🌟

Verlag: Selfpublisher (2019)
Seitenzahl: 306 (Print)
Genre: Thriller 
ISBN: 978-108849-686-2

Montag, 14. September 2020

"Alle sieben Wellen" (Daniel Glattauer)

Der Klappentext: „Erstens: Sie kennen Emmi Rothner und Leo Leike? Dann haben Sie also "Gut gegen Nordwind" gelesen, jene ungewöhnliche Liebesgeschichte, in der sich zwei Menschen, die einander nie gesehen haben, per E-Mail rettungslos verlieben. Zweitens: Für Sie ist die Geschichte von Emmi und Leo und ihrer unerfüllten Liebe abgeschlossen. Mag sein. Aber nicht für Emmi und Leo! Drittens: Sie sind der Ansicht, dass die Liebenden zumindest eine einzige wirkliche Begegnung verdient hätten und der Roman eine zweite Chance auf ein anderes Ende? Bitte, hier haben Sie's! Viertens: Sie haben keine Ahnung, wovon hier die Rede ist? Kein Problem. In diesem Buch erfahren Sie alles: von Leos Rückkehr aus Boston, von Emmis Eheproblemen und von der siebenten Welle, die immer für Überraschungen gut ist.“

Nachdem Leo nach Boston gereist ist, versucht Emmi per Email mit ihrem einstigen Email-Liebhaber Kontakt aufzunehmen. Doch vergeblich. Emmi wäre aber nicht Emmi, wenn sie nicht hartnäckig weiterschreiben würde, obwohl sie die immer gleiche Nachricht vom Systemmanager erhält: „ACHTUNG. GEÄNDERTE E-MAIL-ADRESSE […]“
Doch nach drei Monaten erhält Emmi tatsächlich eine Antwort – und zwar von Leo.
Nach langer Pause beginnt ein neuer charmanter, wenn aber auch um einiges ernsterer Schlagabtausch zwischen Emmi und Leo. In welche Richtung wird  sich die Beziehung der beiden entwickeln?

Es ist noch gar nicht so lange her, als ich „Gut gegen Nordwind“ gelesen habe. Ich fand den ersten Teil so zauberhaft, charmant, liebevoll, aber bin als Leserin absolut erschüttert zurückgeblieben, weil der Ausgang nicht das erhoffte „Happy End“ geliefert, sondern mit einem regelrechten Cliffhanger geendet hat.
Für mich war es eigentlich unabdingbar, dass ich die Fortsetzung lesen MUSS, weil ich unbedingt wissen wollte, ob und wie es mit Emmi und Leo weitergeht und ob sie nach dem Ende des ersten Bandes überhaupt an das anknüpfen können und werden, was sie sich aufgebaut und dann urplötzlich beendet haben.

Ich muss sagen, dass ich teilweise etwas gezögert habe, mir den zweiten Teil zuzulegen, da ich von einigen Lesermeinungen abgeschreckt war, die schrieben, dass sie den zweiten Teil lieber nicht gelesen hätte, da nun der ganze Zauber des ersten Bandes verblasst sei.
Und dennoch hat es mich in den Fingern gejuckt und was soll ich sagen?

Ich war FROH, dass ich „Alle sieben Wellen“ gelesen habe. Eine schönere Fortsetzung hätte man gar nicht (er)schaffen können. Für mich persönlich hat der zweite Band den Zauber um die E-Mail-Liebe zwischen Emmi und Leo kein Stück eingebüßt.
Auch, wenn die Fortsetzung des E-Mail-Austauschs der beiden diesmal um einiges ernsthafter war, als im ersten Band, muss ich sagen, dass ich jede Zeile genossen habe. Emmi und Leo verstehen es einfach wie kein anderer, auf einer Ebene miteinander zu kommunizieren, die manch anderem ein Leben lang verwehrt bleibt. Ihre Nachrichten waren einfach unbeschreiblich vielsagend, poetisch, philosophisch und tiefgründig, selbst wenn sie zwischendurch auch mal weniger Worte verloren haben. Und selbst ihr Schweigen war vielsagend.

Für mich eine der berührendsten und tiefgründigsten Liebesgeschichten, die es gibt. Und ich muss dabei immerzu an Dich denken, Schwesterherz. Denn ohne dich hätte ich Emmi und Leo wohl nie kennengelernt 💛

Ich vergebe hier –wie beim Vorgänger – 🌟🌟🌟🌟🌟 mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend hinsichtlich des langersehnten Happy Ends und weinend, weil dies das „Ende“ von Emmi und Leo ist und keine Fortsetzung zu erwarten ist…!? Oder?

Verlag: Deuticke (2009)
Seitenzahl: 224
Genre: Roman 
ISBN: 978-3-55206-093-7