Montag, 20. Januar 2020

Autoren-Interview Andreas V. Engel

Kennt Ihr Andreas V. Engel und seine humoristisch satirischen Geschichten? Nein? Dann stelle ich Euch diesen überaus sympathischen Schreiberling heute einmal vor, denn Andreas V. Engel hat sich bereit erklärt, bei meinem kleinen "Projekt" mitzuwirken, das da heißt: "Autoren-Interview". VIel Spaß 😎

1 Stell dich doch mal vor. Wer bist du?

ave: Ein echter Wiener 😉. Also, ich bin in Wien geboren und die österreichische Hauptstadt ist bis heute mein Lebensmittelpunkt. Der echte Wiener stimmt zum Teil – raunzen ist immer wieder drinnen. Aber auch das Leben genießen und alles nicht so ernst nehmen. Wir können uns am Ende eines Lebens nichts mitnehmen – also was soll’s. Gelingt nicht immer – aber immer öfter…
Und zum Genießen gehören für mich vor allem kulinarische Genüsse – ein gutes Essen, ein gutes Glas Wein – beides hat übrigens nichts mit dem Preis zu tun, und Musik in jeglicher Ausprägung.

2. Wann hast du mit dem Schreiben angefangen und wie gestaltete sich dein Weg zum Buch?

ave: Wann ich wirklich angefangen habe, weiß ich offen gesagt nicht mehr. Es waren zu Beginn tatsächlich schon Alltags-Situationen, die ich begonnen habe, stichwortartig festzuhalten. Irgendwann habe ich einige dieser Text-Bruchstücke zu einem Gedicht zusammengeführt. Die ersten Texte waren eigentlich sehr ernst und düster geschrieben. Bis ich dann begonnen habe, derartige Inhalte in einer unterhaltsameren Art zu verfassen, weil auch ich sie dann gerne wieder gelesen habe 😉
So gesehen ist das Schreiben für mich ein willkommenes Ventil, um Erlebnisse zu verarbeiten. Wenn man so will, eine Art Eigen-Therapie.
Nachdem ich meine ersten Geschichten anderen Menschen zum Lesen gegeben habe, diese gut angekommen sind und mir auch zugesprochen wurde, ich soll doch ein Buch mit den Texten verfassen, war der Mut vorhanden, es auszuprobieren.
Natürlich ist in meinen Büchern nicht alles selbst erlebt. Aber man bekommt im Laufe eines Tages – oder eines Lebens – doch einiges mit.

3. Stell doch mal deine Bücher vor. Worum geht es?

ave: Sowohl bei „Gemischte Sätze“, als auch bei „Denk-an-Sätze“ geht es in erster Linie um Alltags-Situationen, in denen die Situation an sich oder die beteiligten Menschen humoristisch, satirisch, manchmal auch kritisch betrachtet werden. Und ich habe ab und an ein paar – sagen wir mal – absurde Ideen im Kopf, die ich versuche niederzuschreiben. Beispielsweise sprechende Matratzen und Leintücher, Hemden die sich über ihre Besitzer beschweren oder auch wie sich Promille auf ein Fest vorbereiten. Frag mich bitte nicht, wie ich auf solche Ideen komme – die sind einfach da und wollen aus meinen Hirnwindungen zu Papier gebracht werden.
Bedeutet, dass die Leser ein Potpourri an unterhaltsamen Kurzgeschichten, Gedichten und andere Stilformen erwartet, wo Gott und die Welt „durch den Kakao gezogen werden“. Nicht bösartig, aber satirisch – und Satire darf ja bekanntlich vieles.
  
4. Warum sollten die Leute gerade deine Bücher lesen?

ave: Weil die bisherigen Bücher eine willkommene und notwendige unterhaltsame Auszeit bieten. Wir vergessen meiner Ansicht nach zu oft - in der heutigen schnelllebigen Welt - zu lachen, weil wir mit so vielen „wichtigen“ Dingen beschäftigt sind. Die Bücher betrachten den Alltag und die Menschen mit einem Augenzwinkern. Das sollten wir Menschen auch vermehrt machen, und nicht immer alles so ernst nehmen – schon gar nicht uns selbst. Ich meine, dass alle, die Unterhaltung zu schätzen wissen und auch bereit sind ein wenig über sich selbst zu lachen, für die Bücher „geeignet“ sind.

5. Was steckt hinter deinen Buch-Covern?

ave: Die Cover zu beiden Bücher sind erst entstanden, als die Inhalte abgeschlossen waren. Beide sind selbstgestaltet – vielleicht nicht hochprofessionell – aber nur ich kann es „fühlen“, ob und wie ein Bild auf die Titelseite passt. Bei den „Gemischten Sätzen“ ist es bei der Bildauswahl in erster Linie um das Wort „Sichtweisen“ im Untertitel gegangen. Und auch um einen Perspektivwechsel, wenn ich Geschichten schreibe. Der Zaun musste sozusagen dafür als Symbol herhalten. Bei den „Denk-an-Sätzen“ ging die Auswahl schneller. Das Gehirn war klar, dann kam das Gitter als Idee dazu und dass das Hirn auf einem Smartphone abgebildet, eingesperrt zu sehen ist, war dann aus meiner Sicht das perfekte Cover – auch in Bezug auf die Geschichten. Wobei ich erwähnen will, dass die Ideen und die Umsetzung dazu zu einem Gutteil meiner Frau anzurechnen sind.

6. Und wird es noch weitere Bücher von dir geben?

ave: Es ist definitiv vorgesehen, dass es weitere Bücher gibt. Konkreten Zeitplan gibt es noch nicht, aber ein drittes humoristisches Buch, im Stile der bisherigen beiden Bücher wird wohl noch kommen. Und dann gibt es da einige Ideen für Kinderbücher, Krimis, Theaterstücke, Fachbücher…ganz schön viel Verschiedenes…aber es spukt da einiges in meinem Kopf herum. Die eine oder andere Idee ist auch schon im Entwurfs-Stadium, aber es ist noch zu früh, um wirklich konkret darüber sprechen zu können. Aber das Schreiben lässt mich einfach nicht los, Ideen sind genug vorhanden, also gehe ich davon aus, dass es nicht bei zwei Büchern bleiben wird.


- Na, neugierig geworden? Dann schaut doch auf Andreas V. Engels Autorenseite vorbei. Das Lesen seiner Bücher ist wärmstens empfohlen! - 

Andreas V. Engel
a-v-e.at
Veröffentlichungen: 
 Gemischte Sätze und Denk-an-Sätze
Genre: Humor, Satire

Freitag, 17. Januar 2020

"Der Näher" (Rainer Löffler)

Der Klappentext: „In der Nähe von Köln verschwinden zwei schwangere Frauen. Martin Abel, Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, übernimmt die Ermittlungen. Kurz darauf werden die Leichen einer Mutter und ihres Kindes in einem unterirdischen Hohlraum entdeckt. Es handelt sich um eine Frau, die vor Jahren verschwunden ist. Dann taucht eine der beiden vermissten Frauen wieder auf und gibt erste Hinweise auf den Täter, Martin Abel muss sich in eine Welt zerstörerischer Fantasien hineindenken. Denn der Mörder tötet seine Opfer nicht nur, er pflanzt ihnen auch etwas in den Körper…“

Mein erster Rainer Löffler Thriller... An diesem Buch habe ich mich für meine Verhältnisse wirklich lange aufgehalten. Und das hatte einen bestimmten Grund. Aber lest selbst…

Der Fallanalytiker Martin Abel wird von seinem Vorgesetzten und Schwiegervater nach Gummersbach geschickt, wo er dem Verschwinden zweier Frauen noch einmal nachgehen soll (eigentlich eine leichte Arbeit, denn Abel soll sich von seinem letzten Fall noch erholen und soll nicht direkt wieder komplett in den Polizeidienst einsteigen). Die Polizeistation in Gummersbach hat die Vermisstenfälle allerdings schon zu den Akten gelegt, da es von den verschwundenen Frauen Abschiedsbriefe gibt, und der Diensstellenleiter Borchert ist über Abels Anwesenheit alles andere als erfreut. Jedoch lassen Kommissar Abel diese Fälle nicht los, denn als eine weitere Frau „verschwindet“, die durchgefroren in einem Erdloch gefunden wird, in dem sich auch ein Betonklotz mit zwei Leichen befindet, nimmt Abel die Suche auf, denn diese Vermisstenfälle scheinen alle zusammenzuhängen.
Als die Leichen aus dem Beton geborgen und untersucht werden, kommt grausames zutage, das man noch nie zuvor gesehen hat. Und die Suche nach dem Täter, der von den Kommissaren nur „Der Näher“ genannt wird, beginnt.

In diesem Thriller wird wirklich ein absolut grausames Vorgehen eines Serienmörders beschrieben. Die Geschichte um das rätselhafte Verschwinden von Frauen –hier speziell schwangere Frauen- wurde hier wirklich sehr ausführlich beschrieben.

Eigentlich fand ich die Story gar nicht so verkehrt. Ich fand diesen Thriller an sich total  interessant und spannend und mir gefiel der Schreibstil auch richtig gut. Es wurde viel Spannung aufgebaut, was ja auch positiv anzurechenen ist, allerdings wurde man als Leser ziemlich lange in der Luft hängen gelassen, sodass die Stimmung beim Lesen irgendwann den Bach runter ging. Die Dialoge waren stellenweise sehr gedrückt und düster, also die Stimmung der Charaktere und der Situation an sich kam hier sehr gut rüber, allerdings waren die Dialoge stellenweise so aggressiv und bestimmte Personen haben sich direkt sehr auffällig verhalten, sodass man als Leser leider relativ schnell eine Ahnung hatte, wer der „Näher“ ist. Zumindest war es bei mir so. Und mein Verdacht hat sich letztlich auch bestätigt.

Die falschen Fährten, die gelegt wurden, indem der Mörder die Frauen „Abschiedsbriefe“ schreiben ließ, damit die Partner der Frauen sie nicht suchten, war clever, aber nicht zielführend, da die Männer ihre Frauen trotzdem als vermisst gemeldet haben, weil diese sie nie verlassen hätten. Auch wenn mindestens eine der vermissten Frauen einen triftigen Grund gehabt hätte, ihren Mann zu verlassen, sahen die Männer selbst keine offensichtlichen Gründe, warum ihre Frauen freiwillig gegangen sein sollten. Was ja letztlich auch deren Rettung war, denn sonst hätten sich die Kommissare mit diesen Fällen überhaupt nicht weiter befasst.

Was mir hier überhaupt nicht zusagte, war, dass aus scheinbar kurzen Momenten, die in jedem anderen Buch nur Nebensächlichkeiten darstellen, eine riesige Szene gemacht wurde. Es wurden Telefonate oder Situationen ausgeschmückt, die so viel Platz eingenommen haben, wo ich mir hinterher dachte „Das hätte auch in zwei Sätzen gereicht“. Ganz oft wurde mir nicht klar, warum solche scheinbar unwichtigen Textstellen einen solchen Rahmen bekommen. Deshalb hat sich dieses Buch für mich auch unendlich in die Länge gezogen, und ich hatte das Gefühl, es wird gar nicht weniger. Es war wirklich das Reden um den heißen Brei. Ganz lange wurde erst einmal nach einer Verbindung zwischen den verschwundenen Frauen gesucht. Und eine ganze Zeit lang herrschte dieser „Hahnenkampf“ zwischen Abel und Borchert, weil die Rangfolge hier wirklich das Ego einiger Charaktere angekratzt hat. Das hat mir einfach viel zu lange gedauert, bis mal wirklich etwas Produktives passiert ist, das den Fall vorantreibt. Auch die „verschwundene“ Frau, die in das Erdloch gefallen ist, in dem hinterher die Leichen einer Frau und ihres Säuglings einbetoniert gefunden wurden… Das waren endlose Seiten ohne erkenntlichen Grund, warum man das alles so extrem ausweiten musste.
Und von diesen Stellen gab es so einige im Buch, die einfach nicht zur Klärung des Falls beigetragen und mir als Leserin das Lesevergnügen etwas vermiest haben. Da kann man sich bestimmt vorstellen, dass ich froh war, als ich nach der letzten Seite das Buch zuklappen konnte.

Nichtsdestotrotz fand ich die Idee hinter der Geschichte wirklich interessant und mir haben auch die verschiedenen Erzählperspektiven gefallen. Einmal der Blick von außen auf das gegenwärtige Geschehen bei den Ermittlungen. Und auf der anderen Seite die Perspektive, die der Täter wahrnahm, was er erlebt und gedacht hat. Wie er sich scheinbar mit jemandem unterhält und sich rechtfertigt für sein Verhalten. Die Perspektive des „Nähers“ kam wie die eines absoluten Psychopaten rüber, weil er sich stets mit sich selbst unterhalten hat. Und diese Gespräche sprechen wirklich Bände.
Und wie gesagt, für mich war es keine Überraschung, wer der „Näher“ war. Einzig die Story hinter seinem Handeln war wirklich abgedreht und absolut krank und ich fand sie mal so ganz anders als in anderen Thrillern. Das hat mir richtig gut gefallen an dieser Story. 

Ich will dieses Buch absolut nicht verteufeln. Im Großen und Ganzen war die Idee hinter dem Thriller richtig gut. Aber mir war es einfach zu viel nebensächliches Geplänkel, das man hätte kürzer fassen können. Ich gebe dem Buch, trotz meiner Kritikpunkte immer noch gute 🌟🌟🌟

Verlag: Bastei Lübbe Verlag (2017)
Seitenzahl: 464
Genre: Thriller
ISBN: 978-3-40417-454-6

Montag, 13. Januar 2020

"Bus 57" (Dashka Slater)

Der Klappentext: „Der Bus der Linie 57 ist das Einzige, was Sasha und Richard miteinander verbindet. Richard ist Afroamerikaner, geht auf eine öffentliche Schule und hat gerade einen längeren Aufenthalt in einer betreuten Wohngruppe für jugendliche Straftäter hinter sich. Sasha ist weiß, besucht eine Privatschule und identifiziert sich selbst als agender. Nur acht Minuten täglich verbringen Sasha und Richard gemeinsam im Bus 57. Bis zu dem Tag, als Sasha den langen weißen Rock trägt und Richard ihn anzündet.“

Die Journalistin und Schriftstellerin Dashka Slater hat sich monatelang mit dem Gerichtsprozess um zwei Jugendliche beschäftigt, hat mit beteiligten Personen gesprochen und die Hintergründe dieses Falls genauestens recherchiert. Und diese Arbeit hat sie in „Bus 57“ eindrücklich zusammengetragen.

Ich möchte gleich zu Beginn anmerken, dass ich mich hier der Autorin anschließe und Sasha  weder als „er“, „sie“ noch „es“ betiteln werde. Durch das ganze Buch zogen sich Pronomen und Possessivpronomen in Bezug auf Sasha, die die Geschlechtsneutralität unterstreichen. Im Englischen verständigte man sich auf das Pronomen „they“. Aber im Deutschen ist dies natürlich schwieriger zu übersetzen. Deshalb wundert Euch bitte nicht über Begriffe, wie „sier“ (siem/sien), oder „siere“ (sierem/sieren/sierer). Diese Pronomen habe ich dem Buch entnommen. Das mag im ersten Augenblick befremdlich aussehen und klingen, aber man gewöhnt sich eigentlich schnell daran.

Dieses Buch enthält keinen Roman, keine fiktive Geschichte, sondern sie erzählt die wahre Geschichte einer gefährlichen Tat mit Folgen für alle Beteiligten. Es geht um einen Fall aus dem Jahr 2013, der sich in San Francisco zugetragen hat, als ein afroamerikanischer Teenager in einem Bus der Linie 57 den Rock eines Gleichaltrigen in Brand steckte. Dieser Gleichaltrige war Sasha. Sasha bezeichnet sich selbst als agender und ist genderqueer. Sasha wurde eigentlich als Luke geboren und hat aber schon früh gemerkt, dass sier sich nicht als ein bestimmtes Geschlecht identifizieren kann. Um dem ganzen Ausdruck zu verleihen, hat sich Luke selbst einen geschlechtsneutralen Namen gegeben –Sasha. Und niemand in Sashas Umfeld hat je ein Problem damit gehabt. Denn um Sasha herum gab es viele –gerade Freunde-, die sich ihrer geschlechtlichen und/oder sexuellen Ausrichtung nicht sicher waren. Es wurde stets offen mit diesem Thema umgegangen in Sashas Familie, Freundes- und Bekanntenkreis.
Als Sasha eines Nachmittags mit dem 57er Bus nach Hause fahren will, wird sieren Rock von Robert, einem afroamerikanischen Jugendlichen, mit einem Feuerzeug angesteckt. Und ab diesem Zeitpunkt verfolgen wir, wie es nach diesem Ereignis weitergeht. Mit Sasha, mit ihrem sozialen Umfeld und vor allem mit Robert.

Die Geschichte um Sasha und Robert war wieder einmal eine Geschichte, die wirklich zeigt, was in unserer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts eigentlich vor sich geht. Gerade in der heutigen Zeit, in der sich immer mehr Menschen dafür einsetzen, dass sie sich nicht in die Sparte männlich/weiblich stigmatisieren lassen, sondern etwas geschlechtsneutrales haben wollen, ist es umso erschütternder, ein solches Buch wie „Bus 57“ zu lesen, wo eben von so einem tragischen Vorfall gegenüber einer geschlechtsneutralen Person erzählt wird.
Dass sich dieser Fall auch wirklich so zugetragen hat, erschüttert nur noch mehr.
Aber dieses Buch zeigt auch auf, wie stark Sasha z. B. mit dieser ganzen Sache umgeht und auch wie sierer soziales Umfeld darauf reagiert. Es werden immer wieder Interview-Fetzen von Sashas Familie, Freunden, Lehrern… eingefügt, die sich alle äußern, wie es ihnen seit diesem Vorfall geht, wie sie Sashas Rolle in der Gesellschaft interpretieren und dass sie Roberts Handeln absolut nicht begreifen können.

Ich fand dieses Buch absolut großartig, denn es zeigt mal wieder auf, selbst wenn wir in einer noch so zukunftsorientierten Welt leben und uns öffnen, für die verschiedenen Geschlechtszugehörigkeiten, wird es immer Menschen geben, die damit nicht einverstanden sind, wenn sich andere Menschen als geschlechtsneutral bezeichnen, weil sie sich nicht einem bestimmten Geschlecht zuordnen lassen wollen, oder sie sich für das andere Geschlecht interessieren und so weiter. Die Möglichkeiten sind schier unendlich, in welchen Konstellationen Menschen leben, lieben und sich selbst einordnen. Und das bedeutet Freiheit. Die Freiheit selbst zu entscheiden, wie ich lebe, als was ich mich selbst bezeichne…
Hier wird einem nochmals vor Augen geführt, dass es vereinzelt immer Menschen geben wird, die ebensolche geschlechtsneutralen Personen „verteufeln“, die mit deren Art nicht klar kommen, weil sie es für „unnatürlich“ halten, und die ihnen vielleicht sogar Leid zufügen. Aber nur wegen solcher Menschen sollte sich die Gesellschaft nicht davor verschließen, sondern sich erstrecht für Agender, Androgyne, Bigender, Cisgender, Genderqueere, Transgender und Intersexuelle einsetzen. Denn diese Menschen haben auch ein Recht darauf, zu leben, sich sexuell und geschlechtlich zu orientieren. 

Diese Geschichte ist auch ein tolles Beispiel dafür, wie die Gesellschaft und vor allem die Gesetzeslage in Amerika mit afroamerikanischen Straftätern umgeht. Gerade afroamerikanische Personen werden in großen Teilen Amerikas härter bestraft, als beispielsweise weiße Straffällige. Gerade diese Unterscheidung, dass nicht nur in der Gesellschaft als solche, sondern gerade vor dem Gesetz immer noch nach Hautfarbe getrennt wird, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Das Buch liest sich wie eine Mischung aus einem langen Interview, gepaart mit einer Kriminalgeschichte, in der wir Einblicke in die Fallakten erhalten, und einem Roman. Es ist irgendwie alles in allem und das hat es so wahnsinnig intensiv und spannend gemacht. Dieses Buch habe ich auch nicht mehr aus der Hand gelegt, bis ich die letzte Seite gelesen hatte. Also innerhalb weniger Stunden war ich mit diesem Buch durch. Und ich weiß definitiv jetzt schon, auch wenn das Jahr gerade erst begonnen hat, dass dieses Buch definitiv eines meiner Jahreshighlights für 2020 wird.

Von mir gibt es ganz starke 🌟🌟🌟🌟🌟 und eine ganz große Leseempfehlung, denn dieses Buch sollte man gelesen haben

Verlag: Loewe Verlag (2019)
Seitenzahl: 400 
Genre: Kriminalgeschichte
ISBN: 978-3-74320-363-1

Freitag, 10. Januar 2020

"Der Trakt" (Arno Strobel)

Der Klappentext: „Stell dir vor, dein Mann sagt, er hat dich noch nie gesehen, und die Leute sagen, du hast nie ein Kind gehabt. Wem kannst du trauen, wenn niemand dir glaubt?
Und wer bist du wirklich?“

Mein erster Arno-Strobel-Thriller… Und was soll ich sagen? Entgegen der vielen negativen Stimmen zu diesem Buch, die in mir immer das „Feuer entfachen“, ein Buch ERSTRECHT zu lesen, kann ich sagen, dass ich persönlich ihn gar nicht schlecht fand. Im Gegenteil.

Sibylle Aurich wacht in einem fensterlosen Raum auf, angeschlossen an Maschinen und ohne Orientierung oder Erinnerung daran, wie sie dorthingelangt ist.
Als plötzlich ein Arzt das Zimmer betritt und sie darüber aufklärt, was ihr zugestoßen ist und sie 2 Monate im Koma gelegen haben soll, versteht sie die Welt nicht mehr. Und es wird noch viel merkwürdiger, als der Arzt ihr sagt, dass es, entgegen ihrer Annahme, einen 7-jährigen Sohn namens Lukas zu haben, diesen Sohn gar nicht gibt.
Sibylle kann das nicht glauben und flüchtet aus dem scheinbaren Krankenzimmer, entgegen der Empfehlung des Arztes. Sie fährt nach Hause und muss dort feststellen, dass nicht einmal der Mann, mit dem sie eigentlich verheiratet ist, sie erkennt. Stattdessen ruft dieser vor lauter Panik die Polizei. Niemand in ihrem Umfeld scheint sie zu kennen und alle sagen ihr, dass die echte Sibylle Aurich auch kein Kind hatte. Immer mehr an ihrem Verstand zweifelnd und mit viel Argwohn und Misstrauen macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Doch welche Gefahr wirklich auf sie lauert, merkt sie erst hinterher.

Ich bin ja eigentlich eher durch Zufall auf diesen Psychothriller von Arno Strobel gestoßen. Da ich noch nie ein Buch von Arno Strobel gelesen habe, dachte ich mir, dass ich mal schaue, was es da so gibt. Und bei der Suche fiel mir dann „Der Trakt“ ins Auge. Und da dieses Buch mal wieder die Leserwelt gespalten hat, weil ich sowohl positive, aber auch viele negative Stimmen zu dem Buch gelesen habe, dachte ich „Das ist perfekt. Damit fange ich an“.
Gesagt, getan. Und innerhalb von zwei Tagen hat mich dieses Buch wirklich durch viele Hochs und Tiefs geführt. Dieses Buch hat so viele Gefühlsregungen in mir ausgelöst, dass ich allein deshalb schon die volle Punktzahl vergeben könnte.
Die Story an sich ist wirklich erschreckend und als Leser wünscht man sich, dass diese Versuche, wie sie in dem Buch beschrieben werden, in der Realität NIEMALS stattfinden werden. Ich möchte nicht zu viel zum Inhalt verraten, denn dann würde ich Euch zu sehr spoilern. Denn zu sagen, was für Versuche das sind, würde Euch verraten, wie diese Geschichte ausgeht.
Viel mehr soll es um die Elemente gehen, die mir wirklich gut gefallen haben. Und da gab es einige.

Zum einen fand ich die Charaktere sehr interessant. Jeder hatte eine wichtige Rolle in diesem Buch, die die Geschichte in eine bestimmte Richtung geführt hat. Und auch, wenn mir nie klar war, wem Sibylle nun trauen kann, fand ich die Charaktere rund um die Hauptprotagonistin total stark. Es gab allein unter den Figuren so viele „Fehlleitungen“, Misstrauen und Abneigung, das habe ich bisher sehr selten in einem Buch gehabt, dass man so gar nicht wusste, wer es jetzt eigentlich gut mit einem meint und wer eben nicht.
Und das wurde im Buch wirklich gut umgesetzt, sodass ich hinterher selbst nicht mehr wusste, wem Sibylle nun eigentlich noch trauen kann.
Sibylle als Hauptprotagonistin habe ich mit gemischten Gefühlen wahrgenommen. Am Anfang des Buches ist sie sehr aufgewühlt, fast hysterisch und will unbedingt aus diesem Krankenzimmer weg und nach Hause. Was man aufgrund ihrer Situation auch verstehen kann. Aber je verworrener es wurde, umso anstrengender fand ich sie. Da habe ich mich allerdings von den anderen Figuren fehlleiten lassen. Denn oft habe ich gedacht „Meine Güte, der meint es doch gut mit dir. Der will dir doch nur helfen“, aber sie war so misstrauisch und traute niemandem über den Weg, weil sie alle für verrückt hielten.
Aber mehr und mehr tat sie mir eigentlich nur noch leid und ich habe mir für Sibylle gewünscht, dass sie endlich die Wahrheit herausfindet und wieder in ihr Leben zurückkehren kann.
Also in dieser Hinsicht ist dieser Psychothriller wirklich seinem Genre gerecht geworden, denn was hier für ein perfides Spiel mit Sibylle getrieben wurde, grenzt wirklich an Psychoterror.

Vom Schreib- und Erzählstil her fand ich dieses Buch wirklich ansprechend. Ich habe sehr schnell in die Geschichte reingefunden und war dann so gefesselt, dass ich es kaum abwarten konnte, endlich weiterzulesen. Der Spannungsbogen war stets auf einem hohen Niveau. Schon von Beginn an, als Sibylle in diesem Raum aufwacht und der Arzt in die Szene tritt, war Spannung da und die hielt sich konstant auf diesem Niveau, weil immer mehr passiert ist, was einfach unerklärlich ist. Ich habe mit der Protagonistin mitgelitten und –gefiebert, weil ich natürlich auch die Wahrheit erfahren wollte, was mit ihr passiert ist und ob sie nun verrückt ist oder ihr nur jemand ganz übel mitspielt, um sie zu isolieren.
Auch ist diese Story durch die vielen eingeschobenen Gedanken von Sibylle, ihre „abgehackten“ Sätze und Gefühlsschwankungen sehr schnellatmig. Es passiert einfach permanent etwas, sowohl mit Sibylle, als auch mit einem selbst –als Leser. Ich stand irgendwie die ganze Zeit unter Strom beim Lesen, war ahnungslos und mitgerissen zugleich, während ich Sibylle durch die Seiten begleitet habe. Und das muss ein Buch auch erstmal schaffen, dass es mich als Leserin so mitreißt, dass man so fühlt, wie die Protagonistin.

Im Großen und Ganzen war für mich hier das Gesamtpaket einfach stimmig. Die Story war rund und ich kann nichts Negatives sagen. Ich kann mich also den Stimmen, die dieses Buch nicht so gut bewertet haben, überhaupt nicht anschließen, sondern kann dieses Buch nur empfehlen. Mich hat es super unterhalten und ich freue mich sehr auf weitere Bücher von diesem Autor, denn es wird nicht das letzte Buch von ihm sein, das ich gelesen habe.

Von mir gibt es 🌟🌟🌟🌟🌟 und ich bin gespannt, wie mir sein aktueller Thriller gefallen wird, den ich bald mit der lieben Patricia von meiner Partnerseite zusammen lesen werde.

Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag (2012) 
Seitenzahl: 432
Genre: Psychothriller 
ISBN: 978-3-59651-245-4

Montag, 6. Januar 2020

"Gemischte Sätze" (Andreas V. Engel)

Der Klappentext: „Sind Ihnen philosophierende Leintücher und Matratzen vertraut? Haben Sie schon einmal genau hingehört, wenn sich Flaschen unterhalten, Hemden von ihrem Leidensdruck erzählen oder Kaffee-Bohnen ängstlich ihrer Zukunft entgegenblicken?
Aber auch der Mensch, mit all seinen Eigenheiten, kommt in diesem Buch nicht zu kurz…
Wissen Sie tatsächlich, wie die Menschheit entstanden ist?“

Mit viel Charme in bissig humoristischen Texten hat es Andreas V. Engel geschafft, mit seinen „Gemischten Säten“ ein tolles Debüt hinzulegen. Ein hochkarätiger „Gaumenschmaus“ für jeden, der gern über andere, aber auch über sich selbst lacht.

Vor ein paar Wochen kam ich in den Genuss, Andreas V. Engels Buch „Denk-an-Sätze“ zu lesen. Und da mich dieses Buch so sehr begeistert hat, stand es außer Frage, dass ich auch seine „Gemischten Sätze“ lese.
Ich bin immer wieder sehr angetan, wenn ich seine Bücher zur Hand nehme, weil mich sein Schreib- und Erzählstil in vielerlei Hinsicht unterhält; Andreas Engel wechselt immer wieder die Erzählstile – mal gibt es kurze, mal etwas längere poetische Zeilen, mal schreibt er im Stile eines „Erklärbären“, indem er dem Leser das Verhalten der menschlichen Rasse erläutert, mal schreibt er Dialoge – und diese Vielfalt macht seine Bücher aus. Es ist bei weitem kein „dahingeklatschter Firlefanz“, sondern Andreas Engel weiß, wie er Botschaften verpacken muss, damit sie die Menschen erreichen.
Auch hier bekommen seine österreichischen Landsleute in Form von den Herren Havlitschek und Einfalt oder unserer Frau Mariann, die ich bereits in den „Denk-an-Sätzen“ kennen lernen durfte und auf die ich mich schon sehr gefreut habe, wieder „ihr Fett weg“. Die österreichische Mentalität scheint einfach so unkompliziert… Aber steckt nicht in jedem von uns ein bisschen Einfalt oder Frau Mariann?
Es macht so viel Spaß, diese bunte Mischung aus verschiedenen Texten mit verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten zu lesen, es ist unglaublich unterhaltsam und wenn man seine Texte liest, KANN man sich selbst gar nicht mehr so ernst nehmen, denn jeder Mensch hat seine Eigenarten und die zeigt Andreas Engel wunderbar spitzbübisch auf.
Dieses Buch ist einfach so köstlich, wie der „Wiener Gemischte Satz“.

Für mich war es besonders amüsant, den „Herbst-Winter-Weiterbildungs-Katalog des A-V-E-IHS“ zu lesen. Ich habe schon lange nicht mehr so herzhaft in der Öffentlichkeit gelacht. Es war so herrlich. Und wenn ein Buch es schafft, mich dazu zu bringen, dass ich mich (im positiven Sinne) „vergesse“, dann soll das schon etwas heißen. Da habe ich mir den Titel wirklich zu Herzen genommen und „mehr aus meinem Leben gemacht“.

Ein erfrischendes Sammelsurium doppeldeutiger Anspielungen und Wortspiele in Prosaform, spitzzüngige Dialoge und philosophisch angehauchte Poesie mit einem Spritzer Wiener Mundart - das ist die Mischung, die es braucht, um dem Leser den Spiegel vorzuhalten. Aber auf eine liebevoll humoristische Art und Weise und ohne böse anzumuten. 

Im Bereich Satire einfach ein Muss für jeden Wiener und auch Nicht-Wiener.
Von mir gibt es volle 🌟🌟🌟🌟🌟 und eine Leseempfehlung für JedermannIn 😁 

Verlag: Morawa Lesezirkel GmbH (2017) 
Seitenzahl: 264 
Genre: Humor/Satire 
ISBN: 978-3-99057-811-7

Freitag, 3. Januar 2020

"Subliminal. Das Experiment" (Thorsten Oliver Rehm)

Der Klappentext: „Was, wenn die Schattenseiten medialer Fiktion unter dem Radar die Oberhand gewinnen?
Bei ihren Recherchen zur außergewöhnlichen Häufung extremer Gewalt stößt die Journalistin Natascha da Silva auf brisantes Material. Von erbarmungslosen Feinden bedrängt, gerät sie selbst in den Sog eines geheimen Experiments. Sie muss kämpfen, denn die Zukunft der Menschheit steht auf dem Spiel.“

Thorsten Oliver Rehm – passionierter Taucher und Absolvent der „Schule des Schreibens“ – hat nach seinem Debüt-Roman „Der Bornholm-Code“ aus dem Jahr 2017 nun seinen zweiten Taucherroman nachgelegt. Seit Dezember 2019 kann der Leser wieder abtauchen in eine Welt der subliminalen Beeinflussung durch die Medien, die zur zunehmenden Verrohung der Gesellschaft führt.

Die allein erziehende Mutter und Journalistin Natascha hat es nicht leicht in ihrem Leben. Sie ist unzufrieden, weil sie herbe Enttäuschungen sowohl in der Liebe, als auch in ihrem Freundeskreis erlebt hat und zu allem Überfluss macht ihr Vorgesetzter ihr noch Druck, sie solle eine Hammer-Story schreiben, um ihren Arbeitsplatz zu sichern - ihre letzte Chance, bei der sie alles geben muss. Und was liegt da näher, als aufgrund aktueller Geschehnisse über die zunehmende Verrohung der Gesellschaft zu schreiben? Ein Thema, das alle betrifft und von dem sie sich erhofft, je mehr pikante Details sie den Lesern bietet, dass dieser Bericht ihr großer Coup wird. Also macht sie sich mit ihrem Team an die Arbeit und recherchiert, was hinter der zunehmenden Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft liegt. Nach Gesprächen mit Psychologen, die sie in die Gebiete der Hirnforschung, Neurowissenschaften und Verhaltensforschung hineinführen, kommen immer mehr grausame Wahrheiten ans Licht, die Natascha schier das Blut in den Adern gefrieren lassen. Doch sie ist da einer Sache auf der Spur, die für sie und ihre Helfer nicht gerade ungefährlich ist.
Und auch Frank, ein Freund Nataschas und der Ehemann ihrer besten Freundin Jennifer, scheint in diese Sache mit hineingeraten zu sein. Frank wird Proband eines, als Forschungsauftrag getarnten Experiments, dessen Hintergründe und Zweckmäßigkeit Frank völlig unklar sind. Was hat es mit alldem auf sich?

Die Geschichte beginnt, so wie ich es bei einigen anderen Büchern im letzten Jahr schon hoch gelobt habe, mit einem Ereignis, das vier Jahre zurückliegt. Anfangs erfährt der Leser noch nicht wirklich viel, was es mit dem Inhalt des Prologs auf sich hat. Aber zu einem späteren Zeitpunkt klärt sich der Prolog dann auf. Und ich kann es nur immer wieder sagen: Ich finde diese Herangehensweise richtig klasse. Dass ich als Leser gefordert bin, Zusammenhänge zu erkennen, und miträtseln darf, was das Eingangsereignis mit der restlichen Geschichte zutun hat.

Was dieses Buch so besonders macht und mich persönlich so sehr in seinen Bann gezogen hat, waren die vielen tiefgründigen Gespräche zwischen den Figuren. Es wurde sich ausgetauscht über die zunehmende Verrohung der Gesellschaft; dass Kinder und Jugendliche keinen Respekt mehr vor Autoritätspersonen haben, es wurde über mögliche Ursachen sinniert und welchen Einfluss das soziale Umfeld und die Medien auf dieses Verhalten haben.
Und an einigen Stellen wurde regelrecht über das Leben philosophiert. Und das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht zu lesen, da ich selbst ein Mensch bin, der vieles hinterfragt, Zusammenhänge erkennen und verstehen will, der selbst immer wieder gern philosophische Gespräche führt und den Sinn des Lebens und andere Themen ergründet.
Die Gespräche waren einfach schön und sie haben mir ein positives Gefühl beim Lesen gegeben. Es fühlte sich fast so an, als wäre ich ein Teil davon.
Die behandelte Thematik im Buch ist eher harter Tobak, wenn man sich vorstellt, dass vieles vom Inhalt nicht nur bloße Fiktion ist, sondern auch in der Realität die sozialen Medien und die Nachrichten beherrscht. Und um diese Themen (zunehmende Gewalt durch Jugendliche, Respektlosigkeit gegenüber Autoritätspersonen, der Einfluss von TV und Konsolenspielen auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen…) noch mehr hervorzuheben, gibt es einen fiktiven Blick in die „Zukunft“.  

Was wäre, wenn der Mensch in der Lage wäre, alles Wissen dieser Welt in seinem Gehirn zu vereinen? Wenn er in der Lage wäre, alles zu tun, einfach weil er es kann und die Fähigkeiten dazu besitzt? Wenn der Mensch ewig leben könnte? Wenn es quasi eine Art „Übermensch“ gäbe!?
Und genau damit setzt sich dieser Roman auseinander. Und dabei lassen die Figuren tief blicken. Es gibt Figuren, die genau das befürworten, die sich eine Welt mit solchen Menschen wünschen. Und wieder andere hinterfragen diese „Traumvorstellung“. Dass diese Idee eines „Übermenschen“ moralisch überhaupt nicht vertretbar ist, sage ICH. Aber wie denkt Ihr darüber? Diese Thematik bringt ein Extrem im Gegenzug zur Realität mit ins Gespräch. Und dieses Extrem macht sehr schön deutlich, was passieren würde, wenn…

Aber ich möchte hier jetzt nicht auf meine ganz persönliche Meinung zu diesem Thema eingehen.
Hier soll es rein um den Inhalt gehen. Und der ist, wie ich eingangs schon schrieb, wirklich klasse und ich finde diese Thematik unglaublich interessant. Sie bietet definitiv genügend Gesprächsstoff, um nächtelang darüber zu philosophieren. Der Erzählstil in diesem Buch tut auch sein Übriges, um den Leser zu fesseln, denn dieser Roman lässt sich wirklich locker lesen. Ich habe mich regelrecht in der Geschichte verloren und das fühlte sich einfach richtig an.

Was mir hier auch sehr gut gefallen hat, waren die einzelnen Figuren, die den Roman mit Leben gefüllt haben. Sie harmonierten wunderbar miteinander und passten unglaublich gut in die Geschichte hinein. Es gibt Figuren, die mir ganz besonders im Gedächtnis geblieben sind, wie zum Beispiel Professor Frøseth, der Natascha zur Seite steht, um das Rätsel um dieses Experiment zu lösen. Er ist ein sehr sympathischer und lebensnaher Charakter. Er ist sehr tiefgründig, weil emotional. Er ist intelligent und unglaublich vertrauenserweckend. Für mich war Frøseth wirklich sehr eindrücklich und er war der „Hoffnungsbringer“ in meinen Augen, weil er die Hoffnung genährt hat, dass sich noch alles zum Guten wenden kann, dass es noch nicht zu spät ist. Er war neben den abscheulichen Geschehnissen durch das Experiment wirklich eine Person, die mir emotional unglaublich nah war und dessen Ausführungen ich wie ein Schwamm in mir aufgesogen habe.
Und auch die Psychologen, mit denen Natascha im Rahmen ihrer Recherchen gesprochen hat, haben mich in ihren Bann gezogen, was aber auch meinem persönlichen Interesse an der Psychologie des Menschen geschuldet ist.

Natascha selbst hat im Buch eine sehr angenehme Entwicklung durchgemacht. Anfangs war ich etwas zwiegespalten, was ihre Persönlichkeit angeht. Sie wirkte sehr unmotiviert, hat sich nach ihren Fehlschlägen stets selbst die Schuld daran gegeben und wirkte entsprechend nicht selbstbewusst. Ihr fehlte die Bestätigung durch ihr soziales Umfeld, ein Erfolgserlebnis.
Doch ab dem Zeitpunkt, wo sie sich kopfüber in ihre Recherchen gestürzt hat, war davon nichts mehr zu spüren. Da kam ganz die Journalistin durch. Sie wirkte selbstbewusst, wusste, was sie wollte und wie sie an bestimmte Informationen herankommt und man hatte auch schon mal das Gefühl, dass sie, wenn es um ihre Arbeit geht, auch etwas abgebrüht ist. Aber eben diese zwei Gesichter machen Natascha aus. Und sie ist mir im Laufe des Buches wirklich ans Herz gewachsen. Sie brennt einfach für ihre Arbeit.
Frank war eine Figur, die aus meiner Sicht zwar den „Fehler“ gemacht hat, sich auf das Experiment einzulassen (was ihm vorher nicht so bewusst gewesen zu sein schien, was da von ihm erwartet wird), aber er hat zur richtigen Zeit die richtigen Fragen gestellt. Er hat das Handeln der Probanden und die Anweisungen der Leiter dieses Experiments kritisch hinterfragt und sich so selbst davor bewahrt, der subliminalen Beeinflussung zu erliegen.
„Nebendarsteller“ wie Nataschas beste Freundin Jennifer (die irgendwann noch etwas mehr Platz im Roman bekommen hat, als sie Natascha während deren Recherche zur Seite steht) und der gemeinsame Freund und Nataschas heimlicher Schwarm Mike haben Natascha noch zusätzlich gepusht, denn Jennifer ist wirklich eine richtig gute Freundin für sie gewesen und Mike… ja, über den verrate ich noch nichts ;)

Letztlich bleibt mir nichts weiter zu schreiben, als dass dieses Buch wirklich eine Wonne war, es hat mich vom Hocker gehauen und mir nun Thorsten Rehms Debüt-Roman auf die Wunschliste manövriert. Wer sich also mit dem zeitgenössischen Geschehen mal kritisch auseinandersetzen möchte, Stellung zu gesellschaftlichen Verfehlungen beziehen will, der sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen! Es lohnt sich definitiv!

Von mir bekommt dieser Roman die vollen 🌟🌟🌟🌟🌟 und hat es auch noch auf die Liste meiner Jahreshighlights 2019 geschafft, da ich es noch im alten Jahr abgeschlossen habe. Dieses Buch übertrifft einfach alle Erwartungen. 

Verlag: Ruhland Verlag (2019)
Seitenzahl: 472
Genre: Roman/Wissenschaftsthriller
ISBN: 978-3-920793-46-7

Montag, 30. Dezember 2019

Jahresrückblick 2019 und Ausblick für 2020

Liebe Leute, das Jahr neigt sich dem Ende zu. Und was liegt da näher, als mal auf das Lesejahr 2019 zurückzublicken und mal darüber zu sinnieren, welche Bücher mich in diesem Jahr absolut vom Hocker gehauen haben, welche mich leider nicht überzeugen konnten und schonmal auf das Lesejahr 2020 zu schauen?


Top-11-Lesehighlights 2019

Nachdem ich bis zum letzten Jahr eine absolute Leseflaute hatte, in der ich nicht ein einziges Buch gelesen habe, ging es dieses Jahr so richtig los. Seit ich denken kann, habe ich es noch nie geschafft, 124 (einhundertvierundzwanzig!) Bücher zu lesen. Und dass es mir für meinen Jahresrückblick absolut nicht leicht gefallen ist, meine absoluten Highlights zu bestimmen, weil ich wirklich so viele RICHTIG TOLLE Bücher lesen durfte, könnt Ihr vielleicht verstehen 😅

Und trotzdem habe ich meine Leseliste durchgescrollt und meine „Top-11-Lesehighlights 2019“ erfasst. Diese Liste folgt keinem Ranking, sondern die Bücher sind lediglich in der Reihenfolge, in der ich sie über das Jahr gelesen habe, aufgeführt.

  1. Der Killerfalke (William Bayer)
  2. Voodoo (Nick Stone)
  3. Die Bücherdiebin (Markus Zusak)
  4. Herzmalerei (Syma Schneider)
  5. Auf leeren Seiten (Melanie Bottke)
  6. Worüber wir schweigen (Michaela Kastel)
  7. Entmannung (Liam Inning)
  8. Denk-an-Sätze (Andreas V. Engel)
  9. Vaterland, wo bist Du? (Annette Oppenlander)
  10. Blutblume (Louise Boije af Gennäs)
  11. Subliminal. Das Experiment (Thorsten Oliver Rehm)

„Flops“ 2019 

Kommen wir nun zu einer relativ kurzen Auflistung, die ich nur ungern als "Flops" bezeichnen möchte, weil diese Bücher sicher nicht schlecht sind, aber mich persönlich einfach nicht überzeugen konnten. Es sind eher Bücher, die für jeden anderen Leser gedacht sind, aber eben nicht für mich. Und dafür, dass ich 124 Bücher gelesen habe, sind 3 Bücher, die mir nicht zugesagt haben, doch ein sehr guter Schnitt. Es hätte schlimmer kommen können 😉
Auch diese Auflistung folgt keinem Ranking, sondern zeigt lediglich die Reihenfolge, in der ich sie gelesen habe.

  1. Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack (Mark Hodder)
  2. Mittwoch also (Lotta Elstad)
  3. Atemlos… Leben ohne Limit (Bärbel Kiy)

20 für 2020

Und nun krame ich mal meine Kristallkugel heraus und schaue mal, was mich im neuen Jahr tolles erwartet. Wie viele andere Bücherliebhaber habe auch ich mal mein Bücherregal durchforstet und mir 20 Bücher für 2020 herausgesucht, die ich DEFINITIV (endlich) lesen will. Es geht hierbei für mich nicht ausschließlich um SuB-Minimierung, weil ich genau weiß, wenn ich ein Buch ausgelesen habe, ziehen 5 neue Bücher ein 😋 Es geht mir viel mehr um Bücher, die schon seit Jahren auf meinem SuB liegen, die ich aber bisher gemieden habe zu lesen (entweder aufgrund des Umfangs oder weil mir einfach nicht danach war – ich bin ein Stimmungsleser!), um Bücher, die ich nochmal lesen möchte, weil sie zu einer Reihe gehören, die ich jetzt endlich komplettieren konnte und nun an einem Stück lesen kann, und um Neuzugänge, auf die ich mich schon ewig freue und die nun endlich bei mir eingezogen sind.
Ich markiere die Bücher, die wirklich schon zu lange darauf warten, von mir gelesen zu werden, mit einem *

  1. Sturz der Titanen (Ken Follett) *
  2. Winter der Welt (Ken Follett) *
  3. Kinder der Freiheit (Ken Follett) *
  4. Der Joker (Markus Zusak)
  5. Gemischte Sätze (Andreas V. Engel)
  6. Eine Familie am Abgrund (Charlotte Schroeter-Eiserich) *
  7. Der Näher (Rainer Löffler)
  8. Schiller Connection (Shahram Rahimian)
  9. Alinas Grab (Silke Nowak)
  10. Bus 57 (Dashka Slater)
  11. Der Trakt (Arno Strobel) *
  12. Die Eulenflüsterin – Was ich von meinen Tieren über das Leben lernte (Tanja Brandt)
  13. Heavy Metal – Wie wir die Mauer wegrockten (Nick Lubens)
  14. Todeswächter (Veit Etzold)
  15. Seelenangst (Veit Etzold)
  16. Im Fokus der Liebe (Juliane Schmelzer)
  17. Offline (Arno Strobel)
  18. Ein ganzes halbes Jahr (Jojo Moyes, re-read) *
  19. Ein ganz neues Leben (Jojo Moyes) *
  20. Mein Herz in zwei Welten (Jojo Moyes)

Ich denke, wenn ich es endlich schaffe, diese 20 Bücher zu lesen, dann bin ich schon zufrieden für 2020 😄

Wie sieht es denn bei Euch aus? Habt Ihr auch eine persönliche Leseliste für 2020 gemacht? Und welche Bücher stehen auf Eurer Liste? Verratet es mir doch gern, ich bin für Inspirationen immer offen 😇

Nun wünsche ich Euch erst einmal noch ruhige letzte Stunden im alten Jahr 2019 und kommt alle gesund und zufrieden ins neue Jahr. Feiert schön, trinkt mit Genuss und dann lesen wir uns im neuen Jahr bereits wieder! Cheerio! 🍷

Eure Sandra

Freitag, 27. Dezember 2019

"Der Fremde in deinem Leben" (Caroline Graham)

Der Klappentext: „Er kennt dich besser als du selbst und er will nur eins: deinen Tod ...
Rosa Gilmour hat alles, was man sich wünschen kann: eine wunderbare Familie und eine Stelle als bekannte Radiomoderatorin. Doch dass dieses Glück auch Neid weckt, merkt sie, als ein Unbekannter sie stalkt und sogar Morddrohungen ausstößt. Rosa und ihr Mann schalten die Polizei ein, aber der Fremde ist ihr schon näher, als sie ahnt …“

Seit "Tod zur Tea Time" bin ich sehr angetan von Caroline Graham. Heute soll es aber nicht um einen Fall für Inspector Barnaby gehen, sondern um einen neuen Krimi von Caroline Graham, den ich diesmal in einer Lovelybooks-Leserunde gelesen habe... Im Dezember 2019 ist dieses Ebook erschienen, doch die Geschichte ist tatsächlich schon älter. Bei „Der Fremde in deinem Leben“ handelt es sich um eine überarbeitete Neuauflage des bereits 1988 bei der Ullstein Buchverlage GmbH erschienenen Titels „Der Neid des Fremden“. Und das Alter des Buches liest sich ganz deutlich heraus.

Fenn will um jeden Preis berühmt werden. Er will, dass die Menschen von ihm sprechen. Ob sie dabei Zuneigung oder Abneigung für ihn empfinden, ist ihm herzlich egal. Was ihn antörnt, ist, wenn die Menschen Angst vor ihm haben. Er bezeichnet sich selbst als sehr kontrolliert und ist ein unglaublicher Fanatiker. Und: er ist ein Stalker. Und sein neuestes Opfer soll die 39-jährige Rosa, die bei einem Radio-Sender arbeitet und mit ihrem Mann Leo und ihren beiden Kindern Guy und Kathy ein –bisher- friedliches Leben führt, sein. Auf Rosa ist sein Los gefallen. Sie soll Fenn helfen, berühmt zu werden, weiß aber nichts von ihrem "Glück".
Doch als Fenn bei dem Versuch, einen Job beim Radio-Sender zu bekommen, scheitert, gerät alles aus dem Ruder und Fenn macht Rosa das Leben zur Hölle, ohne dass diese weiß, wer er überhaupt ist. Und dabei lässt er nichts aus. Nicht mal vor einem Mord macht er halt.

Ich muss sagen, dass ich die Geschichte an sich eigentlich total genial fand. Ich fand die Idee dahinter echt gut, die Geschichte eines Stalkers zu erzählen, mit welchen Mitteln er versucht, an sein Ziel zu kommen und dabei unerschrocken in das Leben seines Opfers eintaucht. Mit welchem Einfallsreichtum Fenn sich Rosa genähert hat, fand ich wirklich interessant, wenn auch erschreckend. Aber die Geschichte hat mich wirklich gepackt, auch wenn mir Fenn gänzlich unsympathisch war. 
Fenn ist ein sehr starker und präsenter Charakter in diesem Buch, auch wenn er ein deutliches Persönlichkeitsproblem hat. Er ist ein versessener Mann, der nicht mit Niederlagen umgehen kann. Dabei sucht er ständig die Schuld bei anderen, aber nie bei sich selbst. Auch wenn er von sich selbst behauptet, eine enorme Selbstkontrolle zu haben, gerät diese bei der kleinsten Erschütterung ins Wanken. Was ich gleich zu Anfang festgestellt habe, war, dass man den Titel des Buches „Der Fremde in deinem Leben“ nicht nur auf die Situation, dass Fenn Rosa stalkt, projizieren kann, sondern getrost auch auf ihn selbst. Denn er schlüpft bei seinem Vorhaben immerzu in Rollen, die nicht seinem persönlichen Bild entsprechen. Er ist sich in diesem Moment selbst fremd, versucht aber diese Rollen perfekt zu spielen.
Fenn ist ein Charakter, der einem im echten Leben wirklich Angst machen kann, weil er einfach unberechenbar ist und sich ohne Rücksicht auf Verluste in anderer Leute Leben drängt, um endlich erfolgreich zu sein. Seine Kaltschnäuzigkeit empfinde ich als sehr beunruhigend.
Etwas, das ich wirklich absolut erschütternd und widerwärtig fand, was auch dem Alter der Geschichte geschuldet ist, ist die Tatsache, wie Fenn hier über Homosexuelle und Menschen mit Migrationshintergrund denkt. Dass deren Leben nichts wert sind, dass Menschen, die unüberhör- und -sehbar nicht aus England kommen, dem Staat auf der Tasche liegen, dass Homosexuelle „von einem Mann zum nächsten schwirren, anständige Bürger belästigen und Krankheiten verbreiten“ (Position 2784 im Ebook)… Solche Aussagen in der heutigen Zeit zu lesen fühlt sich absolut falsch an und es ist kaum zu glauben, dass es immer noch genug Menschen gibt, die wirklich so denken.

Rosa hingegen nimmt ihn anfangs gar nicht wahr, bis er sie zum ersten Mal in ihrer Radiosendung anruft und mit ihr spricht. Fenn schürt Angst bei ihr. Und ihre Angst ist nicht unberechtigt. Was ich aber zum Beispiel überhaupt nicht verstehen konnte, war, dass Rosa in ihrer Angst von ihrem eigenen Mann nicht ernst genommen wurde. Ihr Familienleben wird komplett auf den Kopf gestellt. Aus Angst, dass ihr oder ihrer Familie etwas zustoßen könnte, ergreift Rosa Maßnahmen. Ihr Mann Leo spielt ihre Angst jedoch völlig runter und sitzt das einfach aus, wo ich mich als Leserin frage „Muss denn erst etwas passieren, damit er handelt? Ist es nicht seine Aufgabe, als Ehemann und Vater, seine Familie zu schützen?“
Wobei sich hier auch wieder die Frage in den Vordergrund drängt, was man selbst tun würde, wie man sich verhalten würde, wenn man bedroht wird und ganz offensichtlich jemand in mein Privatleben eindringt.
Aber auch, wenn ich keine der Figuren, die diesem Krimi beigewohnt haben, wirklich greifbar fand, haben sie die Geschichte mit Leben gefüllt, jeder auf seine Art und Weise. Und ich fand die Geschichte, wie gesagt, nicht schlecht.

Dieser Krimi wird im Übrigen aus zwei Perspektiven erzählt, nämlich zum einen aus Rosas und zum anderen aus Fenns Perspektive. Was mich allerdings absolut aus dem Lesefluss rausgerissen hat (und mit dieser Anmerkung stand ich nicht allein da, wie ich in der Leserunde festgestellt habe), war, dass es keine klar erkennbaren Abgrenzungen zwischen den einzelnen Perspektiven gab. Im einen Moment liest man einen Dialog zwischen Rosa und ihrer Sekretärin Sonia und im nächsten Satz folgt ein Gedankengang von Fenn. Es gab hier keine Absätze oder ein neues Kapitel, dass dies deutlich gemacht hätte, dass es hier einen Perspektivwechsel gibt. Und das macht einen, wenn man gerade im Leseflow ist, irgendwann wahnsinnig, denn es zieht sich durch das ganze Buch.
Und etwas, das mich irgendwie ungläubig hat dastehen lassen, war das abrupte Ende. Wenn ich überlege, dass hier über zig Seiten die kleinsten Details aus Rosas Privatleben erzählt wurden, oder wie ihr Haus eingerichtet ist, dann kann ich nicht fassen, dass das Ende des Buches fast lieblos „hingeklatscht“ wird. Ich war vom Ausgang des Buches wirklich enttäuscht, weil ich mir da nach dieser ganzen Intensität ehrlich gesagt mehr versprochen hatte.
Das fand ich wirklich enttäuschend und für einen abgeschlossenen Krimi sollte man nicht so ein Ende schreiben. Gerade, weil der Inhalt dieses Krimis so persönlich war. Da fehlte mir für den Abgang mehr Einfühlungsvermögen.

Aber, auch wenn ich einiges zu kritisieren hatte, stelle ich hier bei meiner Wertung der Fairness halber wirklich die Story in den Vordergrund. Ich fand die Idee gut und Fenns Eingriff in Rosas Privatleben wurde sehr deutlich und hat das Spannungsfeuer jedes Mal aufs Neue entfacht. Und auch, wenn ich die Geschichte an sich nicht ganz rund fand und ich dieses Buch nicht unbedingt in das „Krimi“ Genre einkategorisieren würde, vergebe ich hier für die Story selbst 🌟🌟🌟🌟

Verlag: Digital Publishers (2019) 
Seitenzahl: 352 (Print) 
Genre: Krimi 
ISBN: hier handelt es sich um ein Ebook

Montag, 23. Dezember 2019

"Blutblume" (Louise Boije af Gennäs)

Der Klappentext: „Als Saras Vater bei einem rätselhaften Brand zu Tode kommt, möchte die 25-Jährige einfach nur ein neues Leben beginnen. Sie zieht aus der schwedischen Provinz nach Stockholm, wo sich zunächst alles zum Guten für sie entwickelt. Doch schon bald muss Sara erkennen, dass nichts so ist, wie es scheint. Beängstigende Dinge geschehen, für die sie keine Erklärung findet. Immer größer wird ihr Misstrauen gegenüber ihrem Umfeld, bis sie schließlich an ihrem eigenen Verstand zu zweifeln beginnt. Bildet sie sich all diese seltsamen Ereignisse nur ein? Oder kann sie tatsächlich niemandem mehr trauen? Als Sara beginnt, nach Erklärungen zu suchen, gerät die junge Frau in einen Strudel der Ereignisse, bis sie kaum noch zwischen Realität und Wahnvorstellung zu unterscheiden vermag…“

Ein toter Vater, eine Vergewaltigung und schleichender Kontrollverlust; das beschreibt das Leben der 25-jährigen Sara in wenigen Worten. Erstmals erschien diese Geschichte im Jahr 2017 und 2019 wurde sie in der deutschsprachigen Ausgabe veröffentlicht. Wir folgen Sara nach Stockholm und erleben mit ihr allerhand Mysteriöses, denn irgendetwas geht um sie herum vor sich; und das ist nicht ungefährlich.

„Blutblume“ ist der Auftakt zur „Widerstandstrilogie“ und erzählt die Geschichte von Sara, die ihren Vater auf rätselhafte Weise bei einem Brand verloren hat. Sie entschließt sich aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung, die sie nach dem Tod ihres Vaters und noch weiteren schrecklichen Ereignissen davongetragen hat, in Stockholm ein neues Leben anzufangen. Doch aller Anfang ist schwer und so merkt Sara schnell, dass sie in dem Zimmerchen, in dem sie haust und dem Café, in dem sie arbeitet, auf Dauer nicht glücklich wird. Doch wie es der Zufall so will, begegnet sie in besagtem Café der wunderschönen Bella, die sie hineinführt in eine Welt voller Glamour und Partys. Sara wohnt und arbeitet schließlich mit Bella zusammen, sie werden richtig gute Freundinnen, doch Sara widerfahren sehr rätselhafte Dinge, und sie fängt an, an ihrem Verstand zu zweifeln, weil das alles so konfus ist, was um sie herum passiert, dass sie bald glaubt, verrückt zu sein, weil sie sich das alles nicht erklären kann.
Und so begibt sich Sara auf die Suche nach der Wahrheit. Aber nicht nur der Wahrheit, um die mysteriösen Dinge, die ihr passieren, sondern auch nach der Wahrheit um ihren Vater.

Dieses Buch hatte es wirklich in sich. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich ein Buch gelesen habe, das ähnlich mysteriös war, mich aber so gefesselt hat, dass ich es nicht mehr weglegen konnte. Und bei diesem Buch erging es mir genauso. Ich habe oft gedacht „Passiert ihr das jetzt wirklich? Oder träumt Sara das nur?“ Manchmal konnte man diese beiden Ebenen nur schwer auseinander halten. Aber dieses Buch ist vom Spannungsaufbau her schon von Beginn an in die Vollen gegangen und dieser Zustand hat sich durch das komplette Buch gezogen. Ich musste unbedingt wissen, was da passiert. Ich wollte es verstehen. Ich wollte wissen, ob Sara wirklich verrückt ist oder ihr nur jemand ganz übel mitspielt.
Der Erzählstil hat auch richtig Tempo in die Geschichte reingebracht und ich bin manchmal vor Aufregung fast geplatzt. Manche Ereignisse in diesem Buch waren aber auch geradezu beängstigend und man fragte sich dann, wie man sich selbst in solch einer Situation verhalten hätte. Allein die Vorstellung, nicht zu wissen, wem man noch trauen kann, wer jetzt wirklich der ist, der er vorgibt zu sein… Es flößt einem schon ein mulmiges Gefühl ein.
Die endgültige Auflösung um diese rätselhaften Ereignisse gab es dann auch erst am Ende des Buchs, auch wenn ich irgendwann einen Verdacht hatte, aber man bleibt bis zum Ende gespannt, weil es nicht viele Anhaltspunkte gibt, was da um Sara herum passiert und wer da seine Finger im Spiel hat.

Aber die Story ist wirklich richtig gut gemacht und man fliegt geradezu durch die Seiten.
Die Charaktere dieses Thrillers fand ich sehr gut gezeichnet. Sie hatten allerdings alle durchweg zwei Gesichter. Es ist nicht eine Figur dabei gewesen, der ich zu 100% getraut habe. Es ist wie bei einem guten Krimi im Fernsehen; jeder kann’s gewesen sein. Das Ende wurde so geschrieben, dass man als Leser schon gleich weiß, dass es definitiv weitergehen wird mit Sara.
Mir hat dieser Thriller richtig gut gefallen und er hat mir definitiv mit seinen beiden Folgebänden zwei neue Bücher auf meiner Wunschliste beschert. Ich kann überhaupt nichts Negatives sagen zu diesem Buch. Die Story war rund und absolut spannend, die Charaktere waren sehr interessant und die Rollen der einzelnen Charaktere waren klar erkennbar und mit der Geschichte stimmig, und das Buch selbst…
Es ist der absolute Hammer. Das Cover ist total schön mit dem Käfer und der „Blutblume“ darauf; ich liebe schwarze/dunkle Bücher mit roter Schrift und dieser rote Buchschnitt ist richtig genial und rundet das Cover umso mehr ab.

Von mir gibt es keine negative Kritik, denn ich finde nichts, was mir nicht gefallen hat an diesem Buch. Ich vergebe hier ganz starke 🌟🌟🌟🌟🌟 und freue mich auf die Fortsetzungen.

Verlag: Europa Verlag (2019) 
Seitenzahl: 504 
Genre: Thriller 
ISBN: 978-3-95890-241-1

Freitag, 20. Dezember 2019

"Vaterland, wo bist Du?" (Annette Oppenlander)

Der Klappentext: „>>Vaterland, wo bist Du?<< erzählt die wahre Lebens- und Liebesgeschichte von Lilly und Günter, die als Kinder über Nacht mit den Schrecken des Dritten Reichs konfrontiert werden. Beide müssen fortan auf vielfältige Weise ums Überleben kämpfen. Dabei erfahren sie Grausamkeit und Betrug, aber auch Liebe und überraschende Warmherzigkeit. Als sie sich in den Nachkriegsjahren begegnen, verlieben sie sich Hals über Kopf ineinander und werden ein Paar. Doch alte Wunden brechen wieder auf und bedrohen das neugefundene Glück. Wird es ihnen gelingen, die Dämonen der Vergangenheit zu bezwingen?
Diese Erzählung zelebriert die Unverwüstlichkeit der menschlichen Willenskraft und die Stärke der Kriegskinder.“

Ich habe ja schon viele Bücher über den Zweiten Weltkrieg gelesen, aber solch eine Geschichte, wie Annette Oppenlander sie erzählt, habe ich noch nie verinnerlichen dürfen.
Annette Oppenlander erzählt hier die Lebens- und Liebesgeschichte ihrer Eltern, wie sie den Zweiten Weltkrieg erlebt und sich in den Nachkriegsjahren kennen und lieben gelernt haben. Und das sehr eindrücklich.

Wir schreiben das Jahr 1940: Lilly, die gerade einmal sieben Jahre alt ist, und Günter, elf Jahre alt, leben in Solingen und bekommen als Kinder den Krieg von Anfang an hautnah mit. Beide leben mit ihren Geschwistern und ihren Eltern zusammen, gerade einmal ein paar Straßen voneinander entfernt, und beide müssen sich schmerzlich damit abfinden, dass ihre Väter in den Krieg eingezogen werden. So bleibt ihnen nur der harte Kriegsalltag bei ihren Müttern und Geschwistern, um die sie sich kümmern müssen. Lilly kämpft schon seit sie denken kann um die Liebe ihrer Mutter, welche sie emotional total vernachlässigt. Lediglich ihr Bruder Burkhart kann bei der Mutter wirklich Mutterliebe hervorrufen. Günter hingegen hat ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter und seinen Brüdern. Als sein ältester Bruder Hans ebenfalls eingezogen wird, ist es an Günter, die Familie zu versorgen. Eine harte Zeit beginnt, in ständiger Angst um ihr Leben; ein Leben zwischen Bunker und Hunger, Diebstählen und der Flucht vor der Front. Denn Günter und sein bester Freund Helmut wollen diesen Krieg nicht unterstützen und schon gar nicht an der Front sterben und so beginnt für die beiden ein wochenlanges Versteckspiel vor der SS.
In den Nachkriegsjahren wendet sich dann das Blatt; für beide. Doch es müssen einige Hürden genommen und viele Geschehnisse verarbeitet werden, um endlich glücklich zu sein.

Dieses Buch habe ich mal wieder in einer Lovelybooks-Leserunde gelesen und konnte mich dort mit anderen Lesern und der Autorin austauschen. Und alles, was mir nach dem ersten Leseabschnitt durch den Kopf gegangen ist, war „Wow“…
Ich kann immer noch nicht ganz in Worte fassen, wie es mir während des Lesens ergangen ist; was ich gedacht und gefühlt habe. Es lässt sich schwer beschreiben, wenn jemand das Buch nicht ebenfalls gelesen hat.
Ich war einfach absolut beeindruckt. Beeindruckt, überwältigt, emotional berührt… und das alles auf einmal.
Ich habe es eingangs bereits geschrieben: Ich habe schon so viele Bücher über den Zweiten Weltkrieg gelesen. Doch keins empfand ich als so intensiv, so authentisch, so einfühlsam wie „Vaterland, wo bist Du?“
Die Tatsache, dass ich als Leser hier die Geschichte der Eltern von Annette Oppenlander lesen durfte, hat mich total berührt und ich habe mich gefühlt, als erzählten mir meine eigenen Großeltern von ihren Kriegserlebnissen und wie sie sich kennengelernt haben. Es war so mitreißend und ich habe mich richtig geehrt gefühlt, dass Annette Oppenlander diese Geschichte mit uns Lesern teilt.
Der Schreibstil war so angenehm, die Dialoge habe ich wirklich aufgesaugt, jeder Charakter in diesem Buch fühlt sich so nah an und die Geschichte gewinnt von Anfang an an solcher Tiefe, dass ich mich als Leserin wirklich darin verlieren konnte. Ich habe schon so manche Dokumentation über die Kriegsjahre gesehen, Augenzeugenberichte von Überlebenden, so viele Bücher darüber gelesen, und doch hat mir dieses Buch den intensivsten Einblick dieser Zeit gegeben und ich kann jetzt noch besser verstehen, wie sich die Menschen damals gefühlt haben, was sie durchgemacht haben, wie es für sie jeden Tag um Leben und Tod ging.
Und wenn man dachte, dass die Menschen nach Ende des Krieges endlich aufatmen konnten, den Krieg hinter sich lassen konnten und es geschafft haben, dann hat man weit gefehlt. Hunger und Kälte waren ständige Begleiter. Nicht zu wissen, was man abends essen kann, sich den Tag über mit Diebstählen zu befassen, weiterhin ums Überleben kämpfen musste, weil natürlich ALLE Hunger hatten… Das zehrt an den Nerven und an der Substanz.
Und diese Situationen wurden so eindrücklich geschildert in diesem Buch, gerade aus der Sicht von (damals) Kindern, dass ich für mich keinen Zweifel daran hege, wie schwer es die Menschen damals hatten und dass ich hoffe, dass es NIEMALS WIEDER zu einer solchen Katastrophe kommt.

Es ist schlimm genug zu wissen, dass es auf unserer Erde immer noch genug Länder gibt, in denen Krieg herrscht, in denen unschuldige Menschen sterben, Kinder verwaisen, Menschen schwer verletzt werden; physisch, wie psychisch. Und dass es genauso viele Länder gibt, in denen Menschen hungern und kein vernünftiges Dach über dem Kopf haben.
Eigentlich sollten uns zwei Weltkriege gelehrt haben, dass Krieg keine Option ist. Und doch wird mit atomaren Waffen geprahlt, ganze Paraden von Panzern und Raketen zur Schau gestellt. Das ist so unnötig…

Ich für meinen Teil lerne aus unserer Geschichte. Und „Vaterland, wo bist Du?“ hat einen großen Teil dazu beigetragen, es NOCH BESSER zu verstehen.
Ich würde so gern mehr als 🌟🌟🌟🌟🌟 geben, denn dieses Buch ist einfach geschichtsträchtig und führt nun die Liste meiner „Lese-Highlights 2019“ an, denn gefühlvoller und authentischer kann man die Geschehnisse dieser Zeit einfach nicht vermitteln.

Verlag: Selfpublisher (2019)
Seitenzahl: 432 
Genre: Roman
ISBN: 978-3-94810-011-7

Montag, 16. Dezember 2019

"Denk-an-Sätze" (Andreas V. Engel)

Der Klappentext: „Andreas V. Engel nimmt alltägliche Situationen auf humoristisch-satirische Weise "auf die Schaufel" und auch nichtalltägliche Blickwinkel auf die Menschheit und deren Verhaltensweisen ein. Ganz besonders haben es ihm auch die wienerischen Eigenheiten angetan. So lernen Sie Wien kennen, ohne dass Sie hier waren. Aber nicht nur das.
Haben Sie schon einmal Promille bei der Vorbereitung auf ein Fest belauscht? Sind Ihnen die wahren letzten Worte von so manchem Verblichenem bekannt? Wussten Sie, dass Mäuse ein eigenes Parlament haben? Nein? Dann sollten Sie einen Blick in dieses Buch werfen.
Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit einigen alten Bekannten, welche der Autor bereits in seinem ersten Buch "Gemischte Sätze" zu Wort kommen ließ, wie etwa die Frau Mariann oder Havlitschek und Einfalt."

Schon Peter Schumacher (Aphorismensammler und Publizist, 1941-2013) pflegte zu sagen: "Satiriker sind Menschen, die mit spitzer Zunge stumpfe Geister kitzeln." Und er hatte vollkommen Recht damit. Satire ist meiner Ansicht nach einfach die beste Art und Weise, die Menschen zum Nachdenken zu animieren. Und dieser Art und Weise hat sich auch Andreas Engel bedient, um die „stumpfen Geister" der Leser "zu kitzeln“. Der Leser erhällt völlig neue Denk-an-Sätze zu Alltagssituationen und zum zeitgenössischen Geschehen.

Dieses Buch langweilt weder mit schnöden Texten über gesellschaftliche Ereignisse, noch mit banalem Gedankengut. Es besticht vielmehr mit einer Ansammlung humoristischer Satire in Form von Poesie und Prosa. Und eben diese Mischung macht dieses Buch aus. Sich der Poesie zu bedienen, diese mit einem Schuss Satire zu vereinen und aus diesem Gemisch eine Kernaussage an den Mann und die Frau zu bringen, gelingt noch lange nicht jedem. Aber Andreas Engel ist dies gelungen. Und Gedichte, gepaart mit Satire sind ein tolles Stilmittel, um die Menschen zu erreichen.
Die Texte erzählen von Alltagssituationen, Gedanken, die man sich selbst vielleicht nicht macht und nimmt mit viel Charme in gesellschaftskritischen Texten das zeitgenössische Geschehen auf’s Korn. Aber auch die eigenen Landsleute kriegen „ihr Fett weg“, denn auch Österreicher sind nur Menschen mit Eigenarten, über die man zuckersüß lächeln kann.
Getreu dem Titel „Denk-an-Sätze“ wird der Leser hier gefordert, die Dinge vielleicht mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten und sein eigenes Gedankengut zu überdenken. Und so gibt Andreas Engel sprichwörtlich Denk-Ansätze, die der Leser getrost weiterspinnen kann, wie es ihm beliebt.
Was für mich als Nicht-Österreicherin anfangs eine kleine Herausforderung war, war die österreichische Mundart. Vieles konnte ich mir aber herleiten und die Verse haben sich sinnbildlich selbst erklärt. Und ich fand es zwischendurch sehr erfrischend, meine grauen Zellen zu bemühen. Ansonsten sind die Texte wirklich sehr gut verständlich und flüssig runterzulesen.
Protagonisten wie die Freunde Havlitschek und Einfalt und auch die beiden befreundeten Damen Frau Mariann und Lilo haben das ganze noch mehr aufgelockert. Ich war sehr amüsiert über diese vier Protagonisten, die bereits in Andreas Engels „Gemischte Sätze“ Einzug gefunden haben. Da ich diese vier Charaktere sehr sympathisch fand, juckt es mich auch in den Fingern, mir „Gemischte Sätze“ auch zuzulegen. Sie waren einfach charmant und haben mich mit ihrer unbeholfenen Art, ihren Ansichten und der Verzweiflung, die sie bei ihren jeweiligen Freunden ausgelöst haben, sehr gut unterhalten.
Was mir wirklich gut gefallen hat, war diese bunte Tüte an verschiedenen Texten, dem Spiel zwischen deutscher und österreichischer Mundart und die unterschiedlichen Thematiken, die in den Texten behandelt wurden. 

Mir hat dieses Buch wirklich Spaß gemacht und es hat mich einige Stunden wirklich gut unterhalten und natürlich auch den Apparat, der sich hinter meiner Stirn befindet, zum Laufen gebracht. Ein wirklich herrliches Buch, das man getrost immer wieder lesen kann. Von mir gibt es sehr starke 🌟🌟🌟🌟🌟 

Verlag: Morawa Lesezirkel GmbH (2019)
Seitenzahl: 239 
Genre: Humor/Satire
ISBN: 978-3-99093-474-6